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3 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 2 (1810) G - O
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Luzerner-See. 4(5

Obst- und Weinpflanzungen, noch wollüstig schwel-lende Hügel zieren und verherrlichen seine Ufer; unddoch lesselt sein Bild unwiderstehlich, und bleibt un-auslöschlich. Ohne allen Flitterstaat der schwachenMenschenkunst und Arbeit thront hier die Natur inihrer ganzen Hoheit, und setzt durch die unerschöpf-liche Mannigfaltigkeit ihrer Bilder und ihres Ausdrucksvom furchtbar schauerlichen bis zuin romantisch lieb-lichen Charakter in Erstaunen. Die aufserordentlicheFelsenwelt, welche diesen See umgiebt und von 2000bis 10,000 Fufs über seine Flache etnporthürmt, wech-selt fast bey jedem Rudcrschlag in ihren Gestalten,und die An- und Aussichten in den bald reizend an-muthigen, bald erhabnen, bald melankolisclien , baldschauerlichen Busen von Kiijsnacht, Luzern , JL'inkel,Jlpnach , Buochs und Fluelen sowohl als von derMitte des Sees (von dem sogenannten Trichter') sindnach den verschiednen Licht - und Schattenwürfen, be-sonders bey Morgen - und Abcndbeleuchtung, uner-schöpflich. Von welchem Standpunkte man auch die-sen See betrachtet, so herrscht in jedem Bilde Gröfse,Erhabenheit und etwas Aufserordentliches, welches nurErstaunen empfinden läfst. An keinem See sieht mansolche tiefe Schlagschatten, so dunkle Farben, solchewunderbare Wirkungen der Lichter an den Gebirgen,als hier.

Ueber die Gefahren auf diesem See. Ver-schiedne Reisebeschreibec haben die Schiffahrt auf die-sem See so gefährlich und fürchterlich geschildert, dafs