Druckschrift 
3 : Vollständiger Unterricht über alle Naturschönheiten, geographische, physische, botanische und historische Merkwürdigkeiten ... ; Abschn. 2 (1810) G - O
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

Gletscher.

H8

scher« vor sich her, und sind die deutlichsten Merkmaleihrer ehmaligen und jetzigen Ausdehnung und Hohe.Längs den Seiten - Rändern der Gletscher, welche einFelsenthal füllen, liegen gleichfalls hohe zusammenhän-gende Haufen von Steinen, die aber durch die unglaub-liche Gewalt der Bewegung der Gletscher zwischen demEis und den Felsen gröfstentheils zu Sand und Grieszerrieben werden, lin hohen Sommer sind die Glet-scher niedriger als diese Sanddämme an ihren Rändern,und durch einen Zwischenraum von ihnen getrennt;beydes nur Folge des starken Abschmelzens. Biswei-len trifft man mitten auf den Gletschern in den ohernTheilen der Felsthaler hohe und lange Steinhaufen inCestalt von Grabhügeln parallel nebeneinander liegendan. Die höchsten, längsten und breitesten Haufen die-ser auffallenden Art, Cufferlinien genannt, sähe ichauf dem Rosbodmer - Gletscher (S. Simplon'). Wahr-scheinlich entstehen sie theils von Lauinen, welche vonmanchen Felsen immer in derselben Richtung stürzen,theils von dem Herabschicben der gegenüber liegendenGletscherränder nach der Mitte, und theils von demstarken Abschmelzen des Eises unter den nicht hochüber einander liegenden erhitzten Steintrümrnern; sodafs das Eis, welches höher bedeckt liegt und nichtschmelzen kann, in die Höhe steigt. Ganz etwas Aehn-liches zeigt eine andre schöne Erscheinung; auf man-chen Gletschern, z. B. auf den Aar- Gletschern, batman hohe regelmäfsige Eispyramiden über die übrigeebne Oberfläche des Gletschers emporragen, und auf