>4
St. Galles.
senden. Hiedurch geschah es, dafs alle Unruhen imGebietli der Ahrey, alle Anmafsungen derselben unmit-telbar auf die Eidgenossenschaft zurückwirkten, und dieseseit dem XV. Jahrhundert in unzählige verdriefslicheund höchst gefahrvolle Verwirrung stürzte. Im J. i 795 ‘brach in der Alten-Landschaft ein allgemeiner Auf-stand aus, welcher unter dem gerechten Abt Beda dieglücklichsten Folgen zur Erleichterung des Volkes hatte,C S. Gofsau und Ebels Schilderung der Gebirgsvölher ,II. Th. S. 5r-66). Durch die Staatsumwälzung derSchweitz vom J. 1798. verlor die Abtey alle Iloheits-rechte über Land und Leute nicht blofs, sondern derEigensinn des Abts Pancratius Försters , welcher denZeitumständen auf keine Weise nachzugeben wufste,veranlafste die völlige Aufhebung derselben im J. 1805;
Geschichte der Stadt St. Gallen. Dieselbe er-wuchs nach und nach aus den wenigen Wohnungen derer,welche sich dicht um die Abtey angesiedelt hatten. Schonim J. 957 - umgab der Abt Anno die Häuser bey dem Klo-ster mit einer Mauer, wahrscheinlich aus Furcht vorden damals alle Länder verwüstenden Ungarn. Schonim X. Jahrhundert wurde in St. Gallen die Zunftein-richtung eingeführt. Die Einwohner lösten sich von derLeibeigenschaft des Klosters, erhielten von den deut-schen Kaisern mehrere Freyheiten, kämpften unaufhör-lich gegen die Anmafsungen der Aebte, zogen für undgegen sie in den Krieg je nach den Umständen, kauf-ten sich von der Reichssteuer lofs und rangen immermehr nach Selbstständigkeit. Zwischen Stadt und Ab-