Druckschrift 
Welche Hülfsmittel hat die österreichische Monarchie zur Herstellung eines regelmäßigen Münzumlaufs ?
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

( 8 )

wirklich gleich galt, machte die Münze im innerenUmlaufe entbehrlich. Dieß gab den SpekulantenGelegenheit, den größten Theil der vorhandenen Pri-vatschatze aus dem Umlaufe zu ziehen, indem sie dieMünze mit einem Aufgeld oder Agio gegen Pa-piergeld einhandelten. Als im Z. 1799 der Kursauf io 3 sank, betrug dieses Agio für den Silbergul-den nur lL Kreuzer, stieg aber im Z. 1802, wosich der Kurs auf 120 stellte, schon bis bis auf10 kr, so daß der Tauschiverth des Papierguldcnsnur 5o Kreuzern in guter Münze gleich gehaltenund zu diesem Wertste vergütet wurde. So ginges stuffenweise fort. Die Convenzionsmünze wurdedadurch allmählig zu einer H a n d c l s w a a r c, wel-ches an sich kein Uibel wäre, wenn dadurch nicht für denWerth aller übrigen Waaren und inländischen Arbei-ten der feste Maßstab Verloren ginge, welcherein unumgängliches Bedürfnis des bürgerlichen Ver-kehrs ist. Jene Agiotage fing erstlich nur bcy eini-gen wenigen Geldmaklern an, Verbreitete sich aber,nach und nach, über Stadt und Land, wie eine anstecken-de Seuche. Die Münzhändler trieben diesen Handelals einen einträglichen Nahrungszweig, ohne Privi-legium oder Bewilligung, noch ohne Gewerbssteucrdafür zu entrichten. Wir Thoren zogen bcy diesemschwarzen Handelsgeschäft von jedem Gulden, den wirin Münze Hingaben, einen Theil des Werthes inVorhinein als Aufgeld ab; wie konnten wir glaubenund hoffen, daß der Gulden, den wir dafür einnah-men, noch vollgiltig bleibe, da wir durch den Ab-zug des Agio's einen Theil seines Wertstes gewinnenwollten, und denselben in unfern gewinnsüchtigen Hän-den zurückhielten. Sollten etwa andre redliche Mit-bürger, die wir um den Abzug des Aufgeldes Ver-