L2Z
Syl!abiren, Lesen, Schreiben und Rechnen beschrankt.In diesen Fächern kann freylich ein Lehrer Unterricht,auch guten methodischen Unterricht ertheilen, ohne selbstviel gelernt zu haben und ohne selbst gebildet zu seyn.Verlangt man von einem Lehrer nichts weiter, als dies,dann ist allerdings ein solches Schulmeister-Seminarium,wie 8. errichten will, zur Bildung der Lehrer völlig hin»reichend. Es wird dann nichts weiter erfordert, als daßder Lehrer selbst buchstabiren, syllabircn, lesen, schreibenund rechnen könne, — Lebhaftigkeit und Autorität genughabe, um eine Schaar von Kindern in Zucht und Ord»nung zu halten,in einem solchen sogenantcn Semina--rium den Mechanismus der Procedur durch Horen undSehen erlerne — und sich die verschiedenen Cnrsus derTabellen und Bücher anschaffe. I» einem oder zweyMonaten kann dann ein Jüngling, der lesen, schreiben undrechnen kann, zu einem Schulmeister abgerichtet seyn, aberauch nur abgcrichtet, zur Amtsführung dressirk.Wir Deutschen verlangen von einem Schullehrer etwasmehr. Der Schullehrer soll, wie es in der Quartalschriftfür Religionslehrer r8o8. Heft 2 . Seite 83 heißt: „die,, Aufmerksamkeit der Kinder aus dem Schlummer wecken,,,— er soll die Kinder zu deutlichen bestimmten Begriffen„führen, — er soll sie Nachdenken lehren, — er soll ih»„nen daß Heiligchum der Sprache, dieses Heiligthum,, der Gedanken und des Gedachten aufchun, — er soll„die edlen Gefühle des Herzens in ihnen anregcn, — er„soll sie in den Stand setzen, einst in reifern Jahren an„dem, was Andre zu ihnen reden und für sie schreiben,„zu ihrer weitern Ausbildung und zur Verbesserung ihres„Zustandes Antheil nehmen zu können, — er soll ihrem„ Gemüthe «ine bestimmte, kräftige Richtung geben." —Ein Schullehrer, der dieses soll leisten können, darf nichs
P