weiches nöthig ist/ um bey dem Religionsunterrichtenicht blos ihr Gedächtnis, sondern auch ihren Ver-stand in Anspruch zu nehmen. Gesetzt, ein Kindsoll die Strophe auswendig lernen:
Gott, du bist heilig und gerechtin allen deinen Wegen.
O» krönst daL menschliche Geschlecht»war gern mit deinem Segen;doch willst du unsre Frömmigkeit,weil sie nur zur Zufriedenheitund ew'gem Glück uns leitet.
— so wirft der Lehrer Fragen, wie folgende, auf:Frage. Wer ist heilig und gerecht ? Antw. Gott.Fr. Wer krönt das menschliche Geschlecht mit sei-nem Segen? Antw. Gott. Fr. Wer will unsreFrömmigkeit? Antw. Gott u. f. w. In dieserArt kann der Lehrer mancherley Abwechselung stattfinden lassen, um den Verstand der Kinder zuüben. ")
Auch Psalmen und Gebete aus der heiligenSchrift muß mau dem Gedächtuiß der Kinder ein-prägen. Wenn die Kinder selbst zum Beten sichgedrungen fühlen, so ist ihr Gedächtuiß für dieGebete frommer Männer, welche nicht blos Gebetesprachen, sondern wirklich aus Antrieb des heiligenGeistes beteten, empfänglich, und ihr Eemüthszu-