292 V. Tycho u. d. gregor. Kalenderreftrm.
verfolgte den Lauf der Planeten durch die Sterne, ver-glich ihren Gang mit der Rechnung der alphonsinischenund kopernikanischen Tafeln. Er fand, daß keine vonbeiden mit dem Zustande des Himmels übereinstimmte,ungeachtet sich die letzter» demselben am meisten näher-ten. Er beobachtete anfangs mit einem großen Zirkel,(comp-rs) dessen Scheitel er ans Auge legte, und dieSchenkel auf die beiden Sterne richtete, deren Entfer-nung er messen wollte. Diese Methode war äußerst un-vollkommen, seine Geschicklichkeit und sein Genie ersetz-ten indeß diese Mängel- und er bemerkte sehr großeFehler. In der Ankündigung der großen Konjunktionhatte Alphonsus um einen Monat und Ropernikusum einige Tage gefehlt. Das Jahr darauf hatte ereinen hölzernen durch Transversallinien abgetheiltenastronomischen Radius, womit er bei hciterm Himmeloft die ganze Nacht, während sein Hofmeister schlief,aus seinem Fenster beobachtete. Er hak das Buch, wor-in seine ersten Arbeiten ausgezeichnet sind, sorgfältigaufbewahrt, ein Dcnkmahl seines Eifers für die Astro-nomie und damals das Unterpfand seines künftigenRuhms. Er stieß bei seinen Untersuchungen auf einHinderniß. Er bemerkte nämlich Fehler in der Abtei-lung seines Instruments; allein da fein Hofmeister ihmkein Geld gab, sich ein besseres anzuschassen, so mußteer, um die Fehler zu korrigiren, Tabellen davon be-rechnen 6). So bestanden seine ersten Arbeiten in Ver-besserung seiner Instrumente und seiner Lehrer.
§- 3 -
Tvchoging darauf nach Wittenberg und Rostock, woer seine Beobachtungen fortsetzle. Im Jahre 1569 kamer nach A ugspurg und erwarb sich daselbst die Freundschaftdes Senator Paul -Hamzel, der ein-Gelehrter und eingroßerLiebhaberdcrAstronomie war. Da T^cho, kaum2Z Jahre alt, bemerkt hatte, daß die künftigen Fortschritte
ll) eVtiron. iilllaur. ineebamL».