Zweiter Abschnitt. yz
welche der auffallendste Beweis davon sind, nur für eineZerrüttung der physischen Ordnung hielten, die dcr un-umschränkte Beherrscher dcr Dinge veranlaßt, um einemoralische oder politische Unordnung in dem chinesischenReiche anzukündigen. Das Himmelsgewölbe war vonder Natur bloß in der Absicht hervorgebracht, und dieGestirne bewegten sich nur regelmäßig an demselben, umzu einer Vorstellung von dem Laufe dcr irrdischcn Din-ge, zu einem Spiegel zu dienen, worin man das Schick-sal dieses ungeheuer» Reichs lesen konnte. Die Unwis-senheit glaubt gern, daß alles für sie gemacht sey. AlleMenschen haben diese Irrthümcr gehabt; aber die Chi-neser sind auf dem Punkte stehen geblieben, von wo wirauegegangen sind; eine Folge von dcr hartnäckigen Au-hänglichkeit an alten Gebrauchen.
§. 4 -
Folgendes ist ein Beispiel von der Wichtigkeit einerFinsterniß. Im Jahre Zi unsrer Zeitrechnung trateine Sonnenfinsicrniß ein, welche nicht vorher angekün-digt war. Sic verursachte einen großen Schrecken.'?
Dcr Kaiser war fünf Tage einsam um sein Betra-gen und seine Regierung zu untersuchen. Er ließ einEdikt folgendes Inhalts bekannt machen: dcr Anblickder Sonne nnd des Mondes erinnert uns, anuns selbst zu denken, wir muffen uns bessern,und dadurch den Uebeln zuvorkommen, womituns der Himmel droht. Was mich betrifft, sokann ich kaum reden, ich zirrrechei dem Anblickemeiner Fehler. Ich befehle, daß die tAroßenmeines Hofs mir aufrichtig ihren Rath in versie-gelten Schreiben geben, und ich will nicht, daßman mir den Titel Thing gebe c).
Die Großen des- Reichs überreichten also demKaiser seinen Befehlen zufolge versiegelte Schreiben.Der P. Gaubil hat uns das von Thing - hing ausbe-
c) Der P. Gaubil erklärt den Titet Chm- nicht.