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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
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1>. Ferd. Zum Nordt sich eiligst an den Bischof wandte, um dies abzu-wenden, es sei darüber unter den Prälaten und dem Klerus eine großeBestürzung und Aufregung entstanden. Die Franciscaner würden vonden andern Klöstern unterhalten; für den seraphischen Orden sei einesolche Würde unpassend, nur Verwirrung würde daraus entstehen.Die Würde gebühre nur dem Abt von Huysburg ^). Weiter klagt erüber Anmaßungen des Guardians, der den andern Ordenskirchen dieParochialgerechtigkeit abstreite und viele Verwirrung anstifte, so daß derganze Klerus über ihn böse sei. Des Dominicaners Furcht war grundlos.Der Abt von Huysburg blieb in seiner Würde.

So viel Veranlassung der Bischof auch hatte, dem Abte Placidusdie Facultäten zu entziehen, er that es nicht. Im Jahre 1722 führteder Kölner Nuntius und ein Provicar, der Canonicus Majus, die Geschäftedes Vicariats während der Abwesenheit des Bischofs weiter. In dieserZeit wurde dem Abte Placidus das Amt eines Delegaten wirklich ent-zogen und dem Propst des Klosters Hamersleben, Theod. Zeppenfeld,übertragen. Allein dies geschah gegen den Willen des Propstes, dereben erst den Zorn des Königs bei der Sequestration des Klosters in sohohem Grade empfunden hatte. Er resignirte deshalb sofort aufdies Amt.

Dagegen machte der neue Abt von Huysburg, Matthias Hempel-mann, Miene, das Vicariat vom König anzunehmen, nachdem der KölnerNuntius am 6. Februar 1725^) ihn: verboten hatte, in der Eigenschaft einesPrimas der Halberstädter Klöster über dieselben Jurisdictionsacte auszu-üben. Obschon der Bischof von Spiga zurückgekehrt war und wieder inHannover residirte, hatte doch der Kölner Nuntius die Vicariatsgeschäfteüber die Katholiken von Halberstadt in Händen behalten. Im Jahre 1726versuchte der Bischof durch die hannöverschen Minister noch einmal Ein-tritt zu erlangen in preußisches Gebiet ^), wahrscheinlich, weil die preußischeRegierung, wie es eine Zeitlang schien, mit Erfolg die Verhandlungenmit dem Abte Hempelmann fortführte. Jedoch besann sich derselbe undlehnte das Amt ab ch. Der Verlauf dieser Ablehnung, soweit sie sichvor den Augen der preußischen Regierung abwickelte, ist aus den beiLehmann abgedruckten Urkunden Nr. 638683 bekannt. Der Abt nahmzuerst das Vicariat an, machte aber Bedingungen, verlangte die Zustim-mung des Papstes, dann traten alle Klöster offen dagegen auf underklärten, ihn nicht als geistlichen Vorgesetzten anerkennen zu können.

y Nr. 231 der Registratur des Bischofs v. Spiga. Hannov. St.-A.

2) Lehmann a. a. O. Urk. Nr. 638.

y Das. Nr. 678.

4) Katholik' a. a. O.