besondere Neigung für ihn an den Tag gelegt habe und ihn mit größernVollmachten versehen werde.
Im folgenden Jahre starb König Friedrich I., damit kamen andereZeiten und Verhältnisse. Nunmehr war an Steffani's Reise nach Berlinnicht mehr zu denken. Es wurde ihm berichtet, der Minister von Blaspielsei entlassen. Das war ihm ein sehr böses Vorzeichen, denn diese Ent-lassung schien ihm keinen andern Grund zu haben, als den Verdacht,daß der Minister den Katholiken günstig gesinnt sei.
Zwar suchte der neue Nuntius von Köln das gespannte Verhältnißzwischen dem preußischen Residenten in Köln und seinem Vorgänger inein freundliches zu ändern. So gut es ging, geschah es auch. Er hattein Begleitung seines Vaters, der in kaiserlicher Gesandtschaft die Nordi-schen Höfe zu besuchen gehabt, persönliche Beziehungen am Berliner Hosefrüher knüpfen können und bei seiner Ankunft in Köln diesen Umstanddem Residenten und seine Absicht zu erkennen gegeben ^). Der Bischofvon Spiga trat sofort mit ihm in den regsten Briefwechsel. „Ich habedie Ehre, Lombarde zu sein, und bin deshalb von Natur Feind allerCeremonie", schrieb er ihm gleich nach dessen Ankunft in Köln, am28. November 1713, und der Nuntius nahm das Anerbieten eines freund-schaftlichen Verkehres an. Allein eine Förderung der Beziehungen desBischofs zum preußischen Hofe wurde damit nicht erzielt. Im Gegen-theil, der neue König begann sogleich seine Rechte als Bischof über seineKatholiken mit größter Entschiedenheit auszuüben.
Schon im Mai 1714 befahl er eine Visitation der sämmtlichenKlöster und Ernennung von weltlichen Commissarien ^). Einer wurdesofort ernannt3). Die Bitte der Klöster vom 2. Juli, „um Abwendungder Visitation, Commission und Inspektion", wurde sofort (28. Juli)abgeschlagen^). Schon vorher (22. Januar) hatten die neuen Räthe desKönigs mit dem alten von Plotho den Vorschlag gemacht, einen Vicarzu bestellen"). Dieselben drängten den Minister von Printz, dem Königdarüber „den Vortrag zu thun". Im November ging der Befehl andie Halberstädter Regierung °), von eben diesem Minister unterzeichnet,eine Person in Vorschlag für dieses Amt zu bringen. Die Amtshand-lungen des Bischofs von Spiga sollten also nicht mehr geduldet werden.Derselbe von Printz hatte ja mit ihm und Johann Wilhelm das Ab-kommen getroffen. Der Umschlag war um so auffälliger.
ff Lehmann a. a. O. S. 677. Urk. 601 ff.
ff Das. Nr. 755. — ff H. St.-A. Korrespondenz Spiga's mit dem Abte v. Huys-burg. a. a. O. — ff Das. — ff Lehmann a. a. O. Nr. 756. ff Das. Nr. 758.