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Agostino Steffani, Bischof von Spiga i. p. i., apostolischer Vicar von Norddeutschland : 1709 - 1728
Entstehung
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eine Stiftung für Braunschweig von 800 Thalern. Die Hannover'scheKasse aber drängte, von der Verwaltung dieser 800 Thaler befreit zuwerden, und der Weihbischof von Hildesheim, der Ordinarius überBraunschweig war, und dem er sie anbot, wollte sie nicht annehmen,wenn nicht alles herausgegeben würde, was der Mission zukomme. Auchder Bischof von Spiga hatte seine Vorschüsse zurückverlangt und erhalten.Er war zugleich für die Baukasse in Hannover der Chef, so daß dieSache auch rechnungsmäßig verwickelt genug lag. Je größer seineBedrängniß wurde, um für den Kirchenbau in Hannover die leere Kassezu füllen, um so weniger konnte er den immer ungestümer drängendenMissionaren von Braunschweig nachgeben, und je mehr sich dieselben denCardinal von Schönborn zum Feinde machten, um so weniger war diesergeneigt, die betreffenden Gelder ihnen zu übergeben. Er machte lange undgenaue Angaben, wozu die Summen bestimmt werden müßten, wobei dieMissionare am schlechtesten wegkamen. „Der Missionarius," sagte er, „soohnedem ein inönclioans und sich schon fortzuhelfen weiß, hat einen Mund,und kann sich schon nach und nach in seiner Noch steuern, absonderlichder jetzige, so bekanntlich vom Herzog sel. wohl bedacht worden. Diearme Kirche aber ist stumb und fallet mit der Zeit ohne Hülse über den

Haufen." Mehr als 120 Thaler im Jahre habe kein Missionar des

Nordens. Dann sei zuerst für die Kirche in Hannover zu sorgen, die

in größerer Noth sei als die Brannschweigische. Deshalb müsse das für

die Braunschweigische Mission vorhandene Geld zunächst für Hannoververwendet werden, abgesehen davon, daß die vorgestreckten Summen zunächstzurückzuzahlen seien.

Der Cardinal übergab schließlich im Jahre 1720 die Gelder demKaiser. Mit einer Stiftung seines Bruders für Braunschweig wurdendieselben zinslich angelegt. Die Sache war endlich geordnet, die Missio-nare beruhigt.

Es ist oben bereits erwähnt, daß der Bischof von Spiga seit 1714der Jurisdiction über die Braunschweiger Missionen enthoben war, unddieselben dem Bischof von Hildesheim übergeben wurden. Dies war ganzwider seinen Willen geschehen, und darin lag der Grund, daß er für dieseMissionen kein besonderes Interesse mehr hatte und den Missionaren,denen er die Schuld an dem Vorgänge beimaß, nicht mehr wohlgesinntwar. Die Sache hat ihn der Art beschäftigt, daß sie zu einer der fürihn wichtigsten Angelegenheiten wurde. Schon in den Jahren 1668 und1669 hatte der apostolische Vicar mit dem Hildesheimer OrdinariatStreitigkeiten wegen der Grenzen der beiderseitigen Jurisdictionsgebiete.Steffani's Vorgänger, der Bischof von Columbrica, hatte mit einer gewissenEifersucht seine Jurisdiction über die Braunschweiger Katholiken dem