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anlassurig zu dem falschen Gerüchte, der Herzog sei lutherisch ge-storben."
So viel über Steffani's persönliche Beziehungen und seine Nach-richten über Anton Ulrich. Kehren wir zurück zu seinem Verhältniß zuden Braunschweiger Missionen. Die Erbauung der Kirche in Braun-schweig lag ihm vor allem am Herzen. Anfangs 1710 war der Bau-platz gewonnen. Alle seine hohen Freunde und Gönner bat der Bischofum Hülfe. „Der Kaiser wird beisteuern, er hat sich bereits darübererklärt. Der russische Czar wird es thun, ich kenne seine Absicht durchseinen Minister. Ich schreibe heute noch an die Kaiserin, die Bischöfevon Wien und Prag. Auch in Italien hoffe ich meine Collecte zumachen. An den Papst habe ich geschrieben um Empfehlungen an dieCapitel. Bei meiner Rückkehr nach Düsseldorf werde ich Euer Kurfürstl.Hoheit um einen Collectanten bitten, dem ich von seinen Sammlungenbestimmte Procente geben werde. In der Art hoffe ich die nothwendigeSumme aufzubringeu." So schrieb der Bischof 13. Januar 1710 anden Kurfürsten von der Pfalz. Selbst von der Kursürstin von Hannoverhoffte er einen Beitrag zu erhalten.
Der kaiserliche Hof in Wien zeigte ein so großes Interesse für denKirchenbau, daß er einen Architekten nach Braunschweig senden wollte,der die Pläne mache und den Bau leite. Aber der Bischof von Spigahatte eine Reihe von Bedenken dagegen^). Anton Ulrich wünsche denBau durch seinen eigenen Baumeister zu vollenden, er wolle selbst dieEhre davon haben. Dadurch aber werde der Bau nur in die Längegezogen, und doch müsse er beeilt werden, damit die Einführung deskatholischen Religions-Exercitiums gesichert werde. Des alten HerzogsTage seien gezählt, man müsse beides beschleunigen. Er dränge selbstdahin, sein guter Wille werde fruchtlos sein und compromittirt, man setzesich dem Hohne der Protestanten aus. Es fehlte an den Mitteln. DerBischof hoffte, als er im August 1710 nach Bamberg reiste, mit Hülfedes Kurfürsten von Mainz in deren Besitz zu kommen. Nur 3600 Thalerwaren Ende August 1710 für den Bau flüssig. Damit, glaubte Steffani,könne man wenigstens beginnen.
Man beschloß, rasch und billig die Kirche aus Holz und hausartigzu bauen mit Fundamenten, die später einen Bau aus Steinen tragenkönnten. Der Anschlag erforderte 6000 Thaler, aber die Baumeistererklärten bald darauf, daß die Kirche 9000 Thaler kosten werde. Erst imJuli des folgenden Jahres konnte er den Grundstein legen. Um den Bau
') In einem Promcmoria vom 29. März 1710 in: Hannovcr'schen Staats-Archive.Calenberger Briefe L.. Tesignation 23. II. Consistorial-Sachen Nr.. 78