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thum Hildesheim gegeben werde. Wenn doch nur der liebe Gott verhütethätte, daß davon geredet worden. Die Sache sei ja jetzt aus, zumal da dieVoraussetzungen nicht eingetreten seien, welche veranlaßt hätten, dieseEventualität ihm nahe zu legen. Man habe ihm nämlich, für den Fall,daß seine Conversion einen Aufruhr in seinem Lande verursachen würde,eine Zuflucht bieten wollen. Jetzt wünsche der Herzog nur die Admi-nistration des Bisthums, bis daß sich alles geordnet habe. Und dazukönnte man ihm Hülfe bieten, denn die Administration werde von selbstaufhören mit der Rückkehr des Erzbischofs von Köln, des Bischofs vonHildesheim, der wegen seiner politischen Haltung der kaiserlichen Achtverfallen war. Als Administrator von Hildesheim müßte er das Stiftschützen gegen seine Feinde. Und endlich würde ihm eine Beruhigung zuTheil, die ihm fehle. Im Hildesheim'schen könnte er offen und zu AllerErbauung dem katholischen Gottesdienste beiwohnen, was in seinem Landeunmöglich sei. Seine Absichten seien die besten. Der Bischof von Spigawünscht die Meinung des heiligen Vaters darüber zu erfahren, um demHerzog in bestimmter Weise zureden zu können.
Inzwischen hatte der alte Herzog Ruhe und Festigkeit in seinemGlauben allmälig gewonnen. Im August 1710 war der Bischof achtTage bei ihm. Dem Kurfürsten von Mainz berichtete er über seinenSeelenzustand (25. August) dieses: „Man kann sich nichts Ruhigeres undZarteres denken, als sein Gewissen. Von ganzem Herzen preiset er denVater des Lichtes, daß Er ihm die wahre Erkenntniß gegeben, deren ersich erfreut. Er hat den festen Entschluß gefaßt, nicht mehr in der Luthe-rischen Kirche zu erscheinen." Alles, was vorgekommen, schob Steffaniauf die unkluge Ausschwätzung des Geheimnisses der Conversion desHerzogs, welche durch den indiscreten Eifer der Jesuiten zu früh bekanntgeworden sei. Dabei habe man gesprochen von der bevorstehenden Con-version des Vaters der Königin von Spanien und der Aebtissin vonGandersheim, feiner Schwester. „Wenn der Umstand," schrieb er demKurfürsten von Mainz 28. März 1710, „daß der Herzog uns in Braun-schweig eine alte Kapelle gab, so viel Spectakel absetzte, daß es eine ArtAufstand in Braunschweig wurde, und daß die Landstände, das Con-fistorium, die Behörden bis zu Unverschämtheiten gegen den Herzoggingen, und im Lande eine Meuterei und Revolution zu fürchten war,was soll daun erst diese Nachricht bewirken! Dazu werden die andernConversionen jetzt in Frage gestellt. Um einigermaßen den Übeln Ein-druck bei Anton Ulrich zu verwischen, habe ich den Bischof von Münsterund Paderborn zu einer Zusammenkunft mit ihm in Corvey veranlaßt,damit er den Herzog in seinem Vertrauen gegen ihn, gegen Euer Kurf.Hoheit und mich bestärke."