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Godehard's Leben.
«Tage ihrer^Zusammenkunft. An einem Morgen trat der Erzbischofselbst in aller Frühe unvermuthet in das Schlafgemach unseresBischofs und hatte, nachdem Alle sich entfernten, mit ihm alleineine lange Unterredung. Da bekannte er, wie es unser Bischofnoch bei Lebzeiten des Erzbischofs' seinen Getreuen erzählte, er-hebe bei seinen Ansprüchen auf das Gandersheimer Gebiet zumTheil aus Unwissenheit gefehlt, zum Theil durch Böswilligkeit sichversündigt. Er bat deshalb um Verzeihung, versprach, der h.Maria und dem Bischöfe durch würdige Buße Genugtuung zuleisten und nahm Christus und die Kirche zu Zeugen, daß er überdiese Angelegenheit für immer schweigen wolle.
Im folgenden Jahre der Menschwerdung des Herrn 1031, imzwölften seiner Weihe", begab sich jener Erzbischof nach dem Weih-nachtsfeste nach Rom", wurde — wehe! wehe! — auf der Rückkehrvom unvorhergesehenen Tode überrascht und starb am 6. April.Jenes Bekenntniß, das er abiegte, glaubte ich deshalb hier ein-schalten zu müssen, weil ich häufig zuhörte, wie der Herr Gode-hard nach seinem Tode öffentlich davon sprach, wenn er von derKanzel dem Volke während der Messe predigte. Dabei ertheilte erihm für Dieses und Anderes mit aufrichtigem Herzen Verzeihungund forderte die Umstehenden auf, ein Gleiches zu thun. Es folgtein Mainz ein Fuldaer Dekan, Namens Bardo ^), der in demselbenJahre der Abtei Verden vorgesetzt und später in Hersfeld nach derAbsetzung des Abtes Arnolf b auch in dessen Würde eingesetzt war.Dieser suchte den früheren Streit und Hader gegen unsere Kircheganz und gar zu beseitigen. Auch führte er die vorerwähntenNonnen, nachdem er von dem Banne Kenntniß erhalten hatte, mitAusnahme der Sophia, die schon in Mainz gestorben war^, mitsich nach Nörten'', und gab dort zwei derselben der Herrin Sophia,die ihm mit unserm Probst und Dekan entgegen gekommen war,
1) Im Lateinischen steht ip8o superstite; kann aber nach dem Zusammenhänge nurauf Aribo bezogen werden. — L)Jn Wahrheit im eMen.— 3) Nach dem 25.Dezcmberi030.— 4) 21 . Juni 1031. — 5) Vgl. die Hildesheimer Annalen zum Jahre I03t. — 6) Siewar also nie Aebtissin in Gandersheim, wie Köpke in der Stammtafel rckonumeuta XIII.pax. 394 dem Brauweiler Mönch o. 6. folgend angiebt. — 7) Nahe bei Göttingen.