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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Bernward'S Leben.

dem die Verkeilung der Almosen und das Armenwesen übertragenwar; denn einer großen Menge derselben, hundert und nochmehreren, gab er Tag für Tag aufs reichlichste den Lebensunterhalt,vielen verschaffte er auch durch Geld und andere Unterstützungen,so weit es seine Verhältnisse erlaubten, Erleichterung. Daraufdurchging er die Werkstätten, wo Metalle zu verschiedenem Ge-brauch bereitet wurden, prüfte die einzelnen Arbeiten, bis er, nach-dem Alles gehörig besorgt war, in der Furcht und dem Segendes Herrn, von einer großen Menge der Brüder und des Volkesumgeben, um die neunte Stunde zu Tische saß; und zwar nichtmit festlichem Gepränge, sondern unter frommem Schweigen,während alle nach ehrsamster Zucht auf eine Vorlesung Acht hatten,die nicht gar kurz während der Mahlzeit gehalten wurde. Ge-brechlichen und altersschwachen Brüdern gab er freundlich mitseiner Hand den Segen, aber er ließ auch keinen Dürftigen, wederin der Stadt noch in der Vorstadt, wenn er von ihm wußte, diesZeichen seiner Theilnahme entbehren. So verlangte er, wieder Apostel, Allen Alles zu sein, damit er Alle in Christo ge-winne'.

6. Schwer und mühsam ist es, sein tägliches Bestreben inWorte zu fassen, denn Gott weiß es, daß er mit aller AnstrengungTag und Nacht in göttlichen Dingen verharrte. Ebenso trieb erauch alle, die ihm anhingen, zu ähnlichen Bestrebungen fast überihre Kräfte an. Auch war keine Kunst, die er nicht versuchte,wenn er sie auch nicht bis zur Vollkommenheit sich aneignen konnte.Nicht nur in unserm Münster, sondern an verschiedenen Ortenrichtete er Schreibstuben ein, so daß er eine reichhaltige Bücher-sammlung, sowohl göttlicher als philosophischer Schriften zusammen-brachte. Die Malerei aber und die Sculptur und die Kunst in Me-tallen zu arbeiten und edle Steine zu fassen und Alles, was ernur Feines in dergleichen Künsten ausdenken konnte, ließ er nie-mals vernachlässigen, so daß er auch an überseeischen und schotti-

1) Corinther g, LS.