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Die Lebensbeschreibung der Bischöfe Bernward und Godehard von Hildesheim
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Bernward's Leben.

Trotz der neidischen Reden einiger Menschen zeichnete er sich hierso aus, daß der kaiserliche Knabe wunderbare Fortschritte imLernen machte und doch die freisinnige Weise des Unterrichtsseinen Geist zur Uebernahme aller Reichsgeschäfte zeitigte. Undwährend andere dem jungen Könige durch Schmeicheln zu Willenwaren, so daß sie kindischen Tand und, was sein zartes Alterverlangte, ihm einredeten, während selbst die Kaiserin aus Furcht,die Zuneigung ihres Sohnes zu verlieren, zu seinen Gunsten sichso weichherzig zeigte, daß sie allen Gelüsten des Knabenaltersbereitwillig zustimmte, wußte er allein mit solcher Kunst undFestigkeit sich zu benehmen, daß er durch Furcht den Knaben vonUnzulässigem abhielt' und doch sein Herz durch die vollste Zu-neigung an sich fesselte.

3. Unterdessen ging die kaiserliche Herrin Theophano zumgroßen Leidwesen des ganzen Reiches bei Nimwegen mit Todeab', weshalb der kaiserliche Knabe, nunmehr beider Eltern be-raubt, sich ganz der Leitung des treuesten Lehrers anheimgab.Ihn zog er zu Rath, um zu prüfen, was Andere durch Schmeichel-worte ihm einreden wollten, denn kraft seiner höheren Begabungdurchschaute er, obgleich noch im Knabenalter, die Verstellungeiniger Menschen. Mit vorzüglichem Vertrauen hing er aberseinem Lehrer an; von keinem andern wurde er unterrichtet,denn ihn verehrte er als mit dem Schmucke aller Tugendengeziert.

4. Da zur selbigen Zeit der verehrungswürdige BischofGerdag starbwurde der fromme Jüngling Bernward durch dieWünsche Aller für das Hohepriesterthum erwählt. Und obgleichviele Geistliche von Adel, die schon lange im Pallaste dienten,dieses Amt zu erhalten wünschten, gaben doch Alle diesem vonGott erwählten Jünglinge ihre Stimme. Kraft gemeinsamerWahl wurde er vom Erzbischöfe Willegis zum Bischöfe der heiligen

^ I) SSI am 16. Juni. L) Zu Como am 7. Dezember S9Ü, vergl. HildesbeimerAnnalen.