Druckschrift 
1 (1814)
Entstehung
Seite
86
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2. Maria, die Jungfrau.

Zu einer Jungfrau leitet uns einEngel, die uns ewig Jungfrau, strahlendmit allem Liebreitz holder Jungfräulichkeit,bleibet. In ächter Jungfräulichkeit, inReinheit des Sinnes und Herzens, in Zart-heit des Gefühls, schaamhaft crröthcnd,im sichern Vewußkscyn ihrer Reinheit, wirdsie uns beschrieben. Aber wie? giebt esdenn nichts Zartes, Holdes, Reines,Schüchternes, Jungfräuliches auf Erden,was nicht, wenn auch nicht mit rohenHänden, doch mit rohen Sinnen undWorten, der Entweihung und Entheiligungentgehen kann? Hat man nicht, um dasWunder der Entstehung Jesu natürlich undgemein zu machen, selbst diese Jungfräu-lichkeit angctastet? Sey es, daß wir hiereine höhere Wirklichkeit und Geschichte,oder eine durch Poesie gehobene Geschichteund Wirklichkeit haben, so ziemt es uns,bey dem Buchstaben der heiligen Sage zu