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werden, daher ich auch nichts anders als ihren Grundstoff, die reine Pflan-zenerde finden konnte. Wo das Gewand einfach war, hatten die Ueberrestedefselhen nur die Dicke eines Mohnblattes und ihr Durchschnitt die einesZwirnfadens, wo sich aber Falten befanden, wie z. B. vor der Brust und ober-halb der Hüfte, war die schwarze Erde auch dicker und die Falten zeigtensich noch deutlich genug. Bei näherer Untersuchung des Stoffs war nicht dermindeste Unterschied an Farbe und Gehalt von der reinen Pflanzenerde, zufinden. Dieser dünne schwarze Strich in dem reinen Flufssande, war meinWegweiser bei dem Nachsuchen und diente mir zum Beweise, dafs ich ganznahe am Skelett sei. Auch diese Gräber zeigen die grofse Sorgfalt, welchedie Römer auf lange Erhaltung der Gerippe ihrer Verstorbenen wandten, dennman fand deutlich dafs die Köpfe den Todten abgeschnitten *) und die Hirn-höhlen ganz mit Flufssand ausgefüllt waren."
Das männliche Grab wurde durch Vorfinden eines vollständig erhaltenenSchädels, an welchem Hoffmann das Abschneiden vom Körper hauptsächlichwahrnehmen konnte, merkwürdig; Blumenbach erhielt denselben nebst den inVictoria gefundenen zum Geschenk. Durch eine sehr schöne edle Form zeich-nete sich dieser im Grabe gefundene Schädel aus, und Blumenbach fand darineine sehr grofse Aehnlichkeit mit dem Schädel von einem alten römischenmiles praetorianus, den der Cardinal Borgia als Geschenk nach Göttingen ge-sendet hatte. i
Hoffmann bemerkt bei Auffindung dieses vorgedachten männlichen Gra-bes: „Als ich den Kopf mit feinen Werkzeugen vorsichtig von der Erde ent-blöfst hatte, entdeckte ich an der einen Seite defselben ein Loch neben derSuter, welche den Vorder- vom Hinterkopfe scheidet, und über diese Verletzungwar die eiserne Spitze einer Lanze schief aufrecht gestellt. Aufser den starken,sehr wohlgebildeten Schenkelknochen, entdeckte man in diesem Grabe noch
*) In Xanten soll man in römischen Gräbern Aehnliches gefunden haben.