Druckschrift 
2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
Seite
56
Einzelbild herunterladen
 

56

der daselbst, nebst einer Inschrift in Tuffstein (Tab. VII. Fig. 3) gefunden worden.Hier lagen Stücke von eisernen Harnischen, Panzerhemden, Waffen verschie-dener Art umher. Alles dieses macht es mir nun wahrscheinlich, ja ich möchtesagen gewifs, dafs dieses entdeckte Prachtgebäude nichts anders als dasPraetorium gewesen sein könne." —

So endet Hoffmann seine Beschreibung. Aus dem Grundrifs dieses Gebäudesauf Tab. II» wird man, wie schon gesagt, nicht allein die verfehlten Maafsebei Hoffmann, sondern auch die übrigen mangelhaften Angaben vom Zugeder Mauern, der Thüröffnungen u. s. w. leicht zu berichtigen im Stande sein.

Das Gebäude, welches links vom Mittelbau liegt, und als Quaestoriumbezeichnet werden kann, hat ebenfalls in der Zeichnung seine genauen Maafseund Erklärungen; in Hoffmanns Papieren kommt nichts Näheres davon vor.

Durch den Eifer, welchen Herr Justizrath Helfrich dieser Ausgrabungschenkt, ist nun auch ein wichtiger Gegenstand aufgeklärt und festgestellt; eswar nämlich seither nicht zu ermitteln, wo das Kastell sein Trinkwafser her-geleitet habe. Nun findet sich eine kleine Viertelstunde von Victoria nachdem Gebirge zu (auf Tab. I. ist die Stelle mit „Quellen" bezeichnet) einWiesenthal, welches gegen 70 Fufs höher liegt und in dem mehrere Quellenentspringen; deutliche Spuren eines Dammes sieht man hier, welcher dieQuellen umfafste und einschlofs, und von wo aus das Wafser in das Kastellgeleitet werden konnte. Bei Nachgrabungen würde man daselbst wohl einePv.öhrenleitung entdecken.

Nachdem ich so die bis jetzt ausgegrabenen Gebäude, an denen sichnach Hoffmanns und v. Knopäus Aufsagen keine Spur fand, woraus auf frühereEroberung, Verwüstung und neuen Aufbau zu schliefsen wäre, so weit es mir-aus den wirklich vorhandenen Ueberjesten möglich schien, dargestellt habe,wende ich mich nun zu dem Baumaterial, das zur Aufführung derselben gebrauchtworden, woraus noch mehr hervorgeht, dafs, wie Göthe sagt, diese Menschen