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2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
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Leben zum Vergnügen und mit grofser Bequemlichkeit geführt. Gerade im Ge-gentheil spricht sich hierüber der alte Meister Vegetius Lib. i. cap. 3. also aus:Wir müfsen jetzt also erwägen, (sagt er) welcher Ersatz (Rekrut) vom Lande,oder aus der Stadt, brauchbarer sei. In dieser Hinsicht glaube ich, kann niean der Vorzüglichkeit des gemeinen Landmanns gezweifelt werden, welcherunter freiem Himmel und in der Arbeit heran wächst, an die Sonne gewöhnt,des Schattens nicht achtet, nichts von den Badstuben weifs, den Ver-gnügungen nicht nachsinnt, und einfältigen Gemüths, mit wenigem zufrie-den ist. Gehärtet sind seine Glieder zu aller Arbeit: ihm ist das Eisen zuhandhaben, den Graben auszuwerfen, die Last zu tragen, Gewohnheit von derHeimath her." Hiernach darf es also keinem Zweifel unterliegen, dafs derHauptbau des römischen Kastells nichts weniger als ein Bad sein kann, wienoch zur Zeit fälschlich angenommen worden ist. Insofern konnten nichteinmal Conjekturen, auf eine solche Art der Gebäude hinzielend, ein Gewichterhalten, und es bleibt unbegreiflich wie selbst vorzügliche Gelehrte nicht gleichdiese Ansicht verwarfen."

HofFmann widmete seine ganze Aufmerksamkeit vorzüglich diesem Gebäude,und es ward ziemlich vollständig wieder zu Tage gefördert. Ein Pfeiler vonrömischen Quadrätziegeln, mit dem Stempel der Coh, IV. Vind., erbaut, führteleicht und bald in die Tiefe des sobenannten Hypokaustums, Fab. IV. DiesesGemach war bald vollständig ausgegraben; es fand sich nach HofFmanns An-gabeein doppelter Fufsboden in demselben; der Obere ward von untengeheifzt, und um dieses bewerkstelligen zu können, ward in der Mauer einehalbzirkelförmige Oeffnung angebracht, vor welcher man noch die Feuerstätteund eine Menge Kohlen sah. Der untere Boden bestand aus reinem Kalkmit Kieselsteinen vermischt. Auf diesem Boden erhoben sich fünf und zwan-zig Pfeiler (jeder aus fünfzehn auf einander liegenden Ziegeln gebilde't), welchesechzehn grofse Ziegelplatten trugen, so, dafs die Ecken von vier dieser Ziegelauf der Axe (Mittelpunkt) jedes Pfeilers zu stehen kamen. Auf diesen sechzehn