Druckschrift 
2, [Text] (1826) Römische Alterthümer in und um Neuwied am Rhein : mit Grundrissen, Aufrissen und Durchschnitten des daselbst ausgegrabenen Kastells, und Darstellungen der darin gefundenen Gegenstände
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

23

Hälfte ein; oberhalb derselben ist das Mauerwerk aus Bruchsteinen vondiefseitiger Ufergegend noch ungefähr 5 bis 6' hoch erhalten, zum Theilgefüllt, zum Theil wie die vorgebauten Mauerstücke mafsiver errichtet. Eszieht unterhalb der dreifachen Lage von Tuffsteinen ebenfalls 1^' in der Tiefefort, wo dafselbe Bruchsteinmauerwerk, in und aufser den Wanden, um 6"an jeder Seite vorspringt, und noch zwei Fufs tiefer herab entblöfst, den An-fang vom Sockel des Baues zeigt. Die seitwärts liegende, vom hohen Uferhinabgehende Mauer, ist auch von Bruchsteinen, und zieht deutlich mit derOberfläche des Terrains und also dem Profil der Ueberböschung gleich, inden Rheinstrom hinab. Sie ist auch nicht weiter entblöfst und genau erforschtworden, obschon dieses für die besondere Bedeutung dieser Bauanlage sichervon dergröfsten Wichtigkeit gewesen sein würde. So viel man ersehen kann, sinddie Steinlagen derselben gegen die Aufsenseite der Mauer wenig oder garnicht geschlofsen und die Mafse des ganzen Werks hat das Ansehen einesFundament - oder Füllung-Mauerwerks. Die hierbei verwendete Mauerspeifse istKalk mit Sand auch grobem Rheingrand gemischt, in den gewöhnlichenVerhältnifsen, und blieb selbst im Wafser noch verbunden. Die Mauerarbeit istaber schlechter als die im römischen Kastell zu Niederbiber. Die aufgefundenenund in der Zeichnung bemerkten Reste von vier Pfeilern, welche im innernRaum der Hauptfigur standen, hatten 2' lange und breite und i' dickeMennichersteine zur Unterlage, und schienen mit Ziegeln weiter aufgeführt gewe-sen zu sein, welche, zum Theil noch in Mörtel sitzend, auf den Trümmern lagen.Die in dieser merkwürdigen Ruine gefundenen Alterthümer, welche gegen-wärtig in dem Königlichen Museum vaterlandischer Alterthümer zu Bonn aufbe-wahrt werden, sind von weniger Erheblichkeit, haben keinen innern Werth,.und dienen nur, das Leben und Treiben der Römer in dieser Brückenschanzeebenfalls zubeAveisen; eineAufstellung im Museum zu Bonn verdienten daherdiese Gegenstände wohl kaum, und sind mit den andern, aus dem Mittelalter