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von Neuem an. So ist es in dieser Gegend, und das Oertliche widersprichtalso der beinah überall aufgestellten Behauptung, dafs der Pfahlgraben einefortlaufende ununterbrochene Linie gewesen sei. Selbst wenn man auch das Ganzein drei Linien, nämlich eine frühere Erste, eine Mittlere, und eine Letzte,theilen wollte. Was für einen Nutzen hätte auch ein solch ununterbrochenfortlaufender Erdaufwurf und Graben von der Schweiz bis zum Meere denkriegskundigen und klugen Römern gewähren können? An allen Stellen konnteeine solche grofse Linie doch nicht besetzt werden; wie leicht also an unbe-setzten Stellen von den Deutschen zu durchbrechen!
Der eigentliche Graben ist landwärts, der Erdaufwurf aber nach der Rhein-seite gekehrt, welches schon deutlich und klar den Ansichten, Annahmenund vielfachen Behauptungen widerspricht, als sei der Pfahlgraben hier, undnamentlich hinter Romersdorf deutschen Ursprungs. Am untrüglichsten sprichtaber gegen diese irrige Ansicht der Vorsprung beim Pfahlgraben, gleich hinterdem Dorfe Rengsdorf *}, welcher auch in anderer Beziehung höchst interessanterscheint und den Beweis giebt, dafs unsere sogenannten Saillant schon denRömern bekannt waren. Das genannte Dorf ist um und auf dem Pfahlgrabengebaut, w r elcher hinter demselben eine Höhe von 12 bis 15 Fufs noch jetzt hat,und in doppeltem Aufwurf und Graben über eine Stunde sichtbar fortläuft.Wo der Graben den Weg durchschneidet, welcher von Niederbiber — demausgegrabenen Kastell — über Meisbach herkömmt, ist er dreifach, und bildetnach der feindlichen Seite, also nicht nach dem Rheine zu, ein Saillant, wiees der nebenstehende Kupferstich zeigt. Das Stück Land welches bei Rengsdorfauf der römischen, also Rheinseite des Pfahlgrabens liegt, heifst Severus. Vonhier hat man eine Aufsicht über Coblenz bis Andernach und sieht das KastellVictoria. Bedeutungsvoll sind auch die Namen an dem Stück des Pfahlgraben,
*) Rengsdorf heifst in Urkunden von 849 Rengeresdorf und gehörte zu dieser Zeit demStifte St, Castor in Coblenz, Wahrscheinlich hat diese römische Gränzlinie deta Orte denNamen gegeben.
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