Hoffmann meint, dafs die bei Heddesdorf entdeckten römischen Mauernvielleicht das Rigodulum des Ammian Marcellinus gewesen sein könnten,indem man auf der Oberfläche des Reuler Feldes keine Spuren römischerAnsiedelungen mehr entdeckt, — welches ich in einer so angebauten, frucht-baren Gegend für keinen genügenden Gegenbeweis halten möchte, zumahlAlterthumskundige in dieser Gegend nie Nachgrabungen angestellt haben; welchesdoch um so mehr zu wünschen sein möchte, da man — was Hoffmannvöllig übersehen—auf diesem Reuler-Felde römische Ziegel und Mörtel öftersgefunden hat; so wie auch daselbst ausgebrochene grofse Quadersteine zum Ver-bauen nach Engers gebracht worden sind. Ueberdem scheint es mir auch —..wie schon bemerkt — wahrscheinlicher, dafs, da die Entfernung von Heddesdorfnach dem ausgegrabenen Mauerwerk bei Niederbiber nur \ Stunde beträgt,und ausserhalb der Umfangsmauer des Kastells die Spuren weit umher zerstreu-ter römischer Gebäude-— die sich nach dem Rheine ziehen—gefunden wurden,dieses alles zu ein und derselben Niederlassung gehöre, und man hier nureinen bedeutenden und blühenden Ort zu suchen habe, in welchem das auf derHöhe bei Niederbiber ausgegrabene Kastell, den Kern ausgemacht hat. Wiewohl eingerichtet und bedeutend diese Kolonie gewesen, in welcher öffent-liche Verwaltungs - Behörden mit ihren Archiven den Sitz gehabt haben, be-weisen die verschiedenen wichtigen Gelübdesteine, welche gefunden worden,und die spater erläutert werden sollen.
Die älteste etwas näher bezeichnende Nachricht, welche über die Ent-deckung bei Heddesdorf*) vorhanden ist, findet sich in dem Berichte des Pastors
*) Das heutige Heddesdorf wird in Urkunden Heidenesdorp, Hiddensdorp, Heidenstorf,Heindinstorf, Hedenisdorp genannt, und stand als Dorf unbestreitbar schon im 9ten Jahr-hundert, wie Rengsdorf und andere umliegende Dorfschaften, welche in einer Urkundevon 849 Vorkommen» Die Kirche zu Heddesdorf gehörte um 962 dem Kloster Altmünster