solche im Verlauf dieses Werks ebenfalls Victoria heifsen; Heyne, undneuerdings Bischof Munter, theilten schon diese Ansicht, und wenn derName auch nicht mit unzweifelbarer Gewifsheit aus den Inschriften hervor-geht — wie HoiFmann zu beweisen bemüht war, so spricht doch nichts ge-gen diese Annahme, HoiFmann stützte sich auf eine Inschrift, welche spä-ter erläutert werden soll, (Tab. VI. und VII.) worin allerdings von „einemVereine der Zeichenträger aus Victoria" gesprochen wird. Bei diesemVictoria möchte aber wohl auf keinen Fall an eine Stadt bei Neuwiedzu denken sein, sondern an irgend einen andern Ort, wo die Zeichenträ-ger •— w r elche zuerst den Genius errichteten, hergekommen waren;die letzte Zeile ist ein späterer Zusatz der Wiederhersteller. Und dafsdieses auf der Inschrift erwähnte Victoria, das in Brittanien gelegenegewesen sei, w r o Agricola seinen grofsen Sieg erfocht, bleibt wohl dasAnnehmbarste; dadurch kommt Uebereinstimmung mit den andern In-schriften, welche sich auf diese Weise, — selbst die dunkle bisher uner-klärbar scheinende auf Taf. IX. — gegenseitig aufhellen. In der von Dr.Wilhelm entworfenen Karte des alten Deutschlands, die seinem schätzbarenWerke: „Germanien und seine Bewohner*)," beigefügt ist, wird diese römi-sche Niederlafsung ebenfalls unter dem Namen Victoria aufgeführt, doch indem Buche selbst* Seite 311. das heutige Heddesdorf dafür bezeichnet, wel-ches falsch wäre, wenn Dr. Wilhelm nicht meine Ansicht theilte, dafs diebei Heddesdorf entdeckten Ruinen mit dem bei Niederbiber ausgegrabenenKaftell eine Stadt gebildet haben- Profefsor Fölix behauptet zwar in einerAbhandlung (Rheinisches Archiv 6. Heft 18n). dafs die bei Niederbiberentdeckte Stadt das Rigodulum des Ammian Marcellinus sei und dafselbe,welches Kaiser Julian auf seiner Reise zwischen Coblenz und Cöln gesehen.
*) Germanien und seine Bewohner, nach den Quellen dargestellt von A. B, Wilhelm. Wei-mar 1823. 8* mit zwei Karten.