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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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794 Sachsen.

lassen, resp. gar nicht erst ausgenommen; es sind dies die Realschulen von Bautzen,Leipzig, Mittweida, Reudnitz, Werdau. Aber bei mehreren andern istbereits der Anfang gemacht mit der Umwandlung in lateinlose Schulen. Mit Pro-gymnasien (VI. V. IV.) sind verbunden: Frankenberg, Grimma, Leisnig,Meißen, Pirna, Reichenbach, Rochlitz, Schneeberg, Stollberg.

Die Realschulen sind rein kommunale Anstalten, nur daß in Crimmitschau,Glauchau, Reichenbach und Schneeberg die Kollatur infolge Vertrags von demStadtrat an das Ministerium übergegangen ist. Eine Sonderstellung nimmt die Real-schule in Dresden-Friedrichstadt insofern ein, als die Loge Gründerin und Er-halterin der Anstalt ist. Den vom Landtag genehmigten Zuschuß hat das Ministeriumin sehr liberaler Weise den voll entwickelten Realschulen bewilligt. 18 städtische Real-schulen*) erhalten jährlich je 12 000 M-, zusammen 216 000 M. Staatszuschuß**). >Für die Gewährung dieser Unterstützung hat das Ministerium sich nur die Besetzungdes Direktorats und der ersten Oberlehrerstelle Vorbehalten.

Die an den sächsischen Realschulen angestellten 236 Lehrer sind teilweise, besondersin den kleineren Städten, aus den Lehrerkollegien der betreffenden Bürgerschulen in dmDienst der neugegründeten Realschule übergetreteu. Seminaristisch gebildete Lehrer, dieauf Grund der Verord. v. 1. Juni 1865 noch zwei Jahre Universitätsstudien gemachtund dann das Examen in der 2. Sektion bestanden haben, sogenannte Pädagogen, sindzahlreich in den Lehrerkollegien der Realschulen vertreten und bilden einen sehr tüchtigenKern derselben. Lehrer mit voller akademischer Bildung sind nur in verhältnismäßiggeringer Anzahl vertreten. Die Gehaltsstaffel beginnt mit 1800 M-, an einigen Orten1500 M. (in Stollberg sogar mit nur 1200 M.) und steigt bis 3000 M. DerGehalt des Direktors beträgt 3900 M. ***).

An den 20 sächsischen Realschulen wurden im Sommer 1884 3112 Schülerunterrichtet. Ostern 1884 waren 202 Abiturienten mit dem Zeugnis wissenschaftlicherBefähigung für den Einjährig-Freiwilligendienst entlassen worden, also 6,5 Proz. derGesamt-Schülerzahl. Ihrer Realschule ein eigenes, den Anforderungen der Jetztzeitentsprechendes Haus zu errichten, hat noch nicht jede der betreffenden Städte dieMittel gefunden, ebenso ist für Bibliothek und Sammlungen an manchen Orten nurdürftig gesorgt.

Zwischen den Lehrerkollegien der Realgymnasien und Realschulen Sachsens, welchein dem Decernenten für das Realschulwesen einen gemeinsamen Vorgesetzten habe»,besteht ein weiteres Band in dem Sächsischen Realschulmännerverein, der1874 in Dresden begründet, seit 1877 dem Deutschen Realschulmännervereiuangeschlossen, mehr als die Hälfte der Lehrerkollegien umfaßt und jährlich in der Pfingst-woche eine Versammlung abhält.

(I) Die Seminare. Die dermalige Einrichtung derselben gründet sich auf dasmehrfach schon erwähnte Gesetz vom 22. August 1876 nebst Ausführungsverordnungvom 29. Januar 1877, durch welches die Volksschullehrerseminare, welche wie in dmübrigen deutschen Staaten, so auch in Sachsen zu den jüngeren Schöpfungen auf demGebiete des Schulwesens gehören i), in die Reihe der höheren Lehranstalten aus-genommen worden sind.

*) Leipzig und Dresden-Friedrichstadt erhalten keinen Zuschuß.

**) Mit Hinzurechnung der Aufwendungen für die Realgymnasien (s. o.) belaufen sich dem-nach die Gesamtkosten des Realschulwesens für den sächs. Staat auf ca. 46a Oda M. jährlich,nämlich 279 000 M. Zuschuß für städtische Anstalten (63 000 M. Realgymnasien, 216 000 M>Realschulen) und ca. 180 000 M. zur Erhaltung von vier königl. Realgymnasien.

***) Einzelne Städte haben neuerdings persönliche Zulagen gewährt. In Leipzig undDresden besteht eine höhere Staffel als anderwärts.

ff) Die ersten Anfänge fallen in das Jahr 1760, in welchem einige Geistliche und Gym-nasiallehrer in Plauen es unternahmen, geeignete Gymnasiasten für den Lehrerberuf vorzubereiten.