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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachsen.

(einschließlich der Bibliothek und ausschließlich der Privatkliniken) sind im letztenBudget über 156 000 M. ausgeworfen*). Einen Lehrstuhl der Pädagogik, was hierbesonders zu erwähnen ist, hat die Universität seit 1815, eine ordentliche Professur fürdieselbe seit 1825; außerdem besitzt sie ein Königl. pädagogisches Seminar**). Theorieund Geschichte der Pädagogik sind in ihren Lektionsverzeichnissen regelmäßig vertreten.An Hochschulen besitzt das Königreich Sachsen außer der Landesuniverfität seit 1765die Bergakademie in Freiberg (Etat ca. 91 000 M.), seit 1816 die Forst,akademie in Tharandt (Etat ca. 112000 M.), endlich seit 1871 das Polytech-nikum in Dresden***) (Etat ca. 294 000 M.). Dem Range nach sind auch einiger-maßen hierher zu ziehen: die Akademie der bildenden Künste in Dresden (seit 1763),.die Kunstakademie in Leipzig, die technischen Lehranstalten in Chemnitz, die Tierarznei-schule in Dresden rc. Aber alle diese Anstalten sind ja dem Zwecke dieses Werkesnach von einer Besprechung auszuschließen, insofern ihnen andere Aufgaben als imengeren Sinne erziehliche gestellt sind.

b) Gymnasien. Daß die sächs.Gelehrtenschulen"so lautete von 1831 bis 1846die übliche Benennung hinter den Anforderungen der Zeit zurückgeblieben und einergründlichen Reform bedürftig seien, darüber war man sich zu Anfang der dreißigerJahre in beteiligten wie unbeteiligten Kreisen völlig klar f). Die Julirevolution, derscharfe Luftzug, der damals durch unsere deutsche Litteratur ging, die mächtige Um-gestaltung von Handel und Industrie durch den Dampfbetrieb, die Anbahnung und Be-gründung des Zollvereins, der reger gewordene Verkehr der Nationen miteinanderalles dies forderte dazu auf, die aus früheren Jahrhunderten überkommenen Gelehrten-schulen auf ihre Tüchtigkeit und weitere Lebensfähigkeit hin zu prüfen. Und diesePrüfung konnte nach dem im vorigen Abschnitt Dargelegten nur zu der Anerkenntnisführen, daß erhebliche Reformen geboten seien. Zum Glück drangen die Stimmen derernicht durch, welche, nur auf das zunächst Nützliche bedacht, die Axt an die Wurzel desganzen Systems legen und alle zur Not etwa entbehrlichen Gelehrtenschulen durch Ge-werbe-, Handels- und Realschulen ersetzen wollten. Aber unabweisbar war die For-derung, daß auf den Gymnasien fortan der Mathematik und den Realien wie demUnterrichte in der Muttersprache-ff) eine bessere Pflege zuteil werde als bisher, ebenso

*) Die zur Zeit geltende Jmmatrikulations- und Disciplinarordnung stammtaus dem Jahre 1883. Die Mehrzahl der in Kraft stehenden Regulative, insbesondere derPrüfungsregulative, hat in der Zeit von 18711885 Revisionen, bezw. erhebliche Umgestal-tungen erfahren.

**) Zur Zeit geleitet von den Professoren Masius und Richter. Daneben giebt esein pädagogisches Praktikum und für Theologen sowohl ein katechetisches wie pädagogischesSeminar.

***) Von 185171 polytechnische Schule. Die für das Polytechnikum als Hochschule jetztgeltende Studienordnung wurde 1878, die Prüfungsordnung 1879, das Regulativfür die Diplomprüfungen 1883 sestgestellt. Wie die Landesuniverfität gehört das Poly-technikum (seit 1876) zum Ressort des Kultusministeriums, die vor demselben oben erwähntenfachmännischen Hochschulen dagegen zu dem des Finanzministeriums.

ch) Manch scharfes Wort fiel nach dieser Richtung auf den Landtagen von 183337.Aber auch vorurteilsfreie Schulmänner sprachen sich in diesem Sinne aus. Vgl. Raschig,Die Notwendigkeit einer Radikalresorm der erzgebirgischen Lyceen, Progr. von Schneeberg 1831;Hertel, Aufgelesene Bemerkungen über gedeihliche Gymnasialeinrichtungen, 1831; Lindemann(Rektor in Zittau), Die wichtigsten Mängel des Gelehrtenschulwesens im Königreich Sachsen,1833. S. auch das schon angeführte Schriftchen von Banmgarten-CrusiusBriefe überBildung u. s. w. an den Gelehrtenschulen" 1827.

Ps) Dieser Unterricht muß im allgemeinen sich sehr im Argen befunden haben. Wasnach Gellert und Klopstock von den Meistern deutscher Dichtung geschaffen worden war,wurde alsBelletristik" vom Lehrer in der Regel ignoriert,selbst Lessing fand überwiegendnur nach der philologisch-antiquarischen Seite Würdigung. Über die deutsche Litteratur vorLuther (etwa das Nibelungenlied ausgenommen) erfuhr der Schüler schwerlich etwas im Unter-richte, wußte auch wohl die Mehrzahl der Lehrer des Deutschen damals herzlich wenig Bescheid.