Sachsen.
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immer wohl zu ihrem Glück. Denn mancher junge Mann, der sich löblich in derkoeistas draeoa*) hervorgethan hatte, bewährte sich als Rektor oder Konrektor einesLyceums nicht nach Erwartung. Auch der Umstand, daß Hermann sowohl der jungenSchule der Sprachvergleichung, wie der von F. A. Wolf, Böckh, O. Müller u. a.vertretenen historischen Auffassung der Altertumsstudien gegenüber sich schroff ablehnendverhielt, blieb nicht ohne Einfluß. Wenn in Sachsen bis in die fünfziger Jahre hineinder philologische Unterricht an den Gymnasien in Grammatik, Kritik und Exegese derAutoren nicht nur seinen Schwerpunkt suchte, sondern vielfach nahezu aufging, so istdies wohl vornehmlich darauf zurückzuführen, daß die bedeutendsten und maßgebendstenSchulmänner Sachsens in jener Zeit begeisterte Schüler Gottfried Hermann's waren.
Bon 1820 ab machte sich das Bestreben geltend, wenigstens bezüglich der von denGelehrtenschulen zu erreichenden letzten Lehrziele Bestimmungen zu treffen; bis dahinhatte jede Schule in den einzelnen Fächern ihre Zöglinge so weit geführt, als sie ebenvermochte, die Universität ihrerseits aber sich mit den amtlichen oder privaten Zeugnissenbegnügt, welche die Rektoren für gut befunden hatten, den Abiturienten mitzugeben.Erst 1829 wurde die Abhaltung von Maturitätsprüfungen angeordnet und 1830 durchein Regulativ von dem Oberkonsistorium normiert, nachdem einige Schulen schon vorher(so Freiberg 1822, Plauen 1826, Zittau 1827) aus eigenem Antrieb derartige Examinaabgehalten hatten. Bei dieser Gelegenheit kam zu Tage, daß manche Fächer, welcheGegenstände dieser Prüfung sein sollten, wie Französisch, Mathematik, Physik, hier unddort gar nicht betrieben worden waren oder in den Händen von völlig ungenügendenLehrern gelegen hatten.
Wie kümmerlich es um Sachsens Gelehrtenschulen damals bestellt war, dafür nureinige Belege. Freiberg hatte 1820 eine „vereinigte Stadtschule". Die 381 Schülerderselben wurden von acht ordentlichen Lehrern in 8 Klassen unterrichtet. Von diesenKlassen bildete VIII—V die Bürgerschule; in IV und III waren Gymnasiasten undSeminaristen vereinigt **); nur in II und I befanden sich lediglich solche Schüler, welchezu studieren beabsichtigten. In Plauen hatten 1803 die drei Gymnasialklassen nur 44Schüler gezählt; als etwas Großes wurde es angesehen, daß dieselben 1810 von 75Schülern besucht wurden. Erst 1819 wurden daselbst I. und II. im Unterrichte getrenntund trat zu den fünf ordentlichen Lehrern infolgedessen ein Hilfslehrer hinzu. Als be-sonders günstig gestellt durfte damals die Kreuzschule in Dresden gelten, welche imJahre 1828 etwa 430 Schüler in 5 Klaffen mit je 2 Abteilungen unterrichtete. Unddoch wirkten an derselben damals nur fünf ordentliche Oberlehrer und außerdem etwadrei bis vier Kollaboratoren! Von den Rektoren dieser Zeit erfreute sich eines beson-deren Rufes Ehr. E. Aug. Gröbel (R. der Kreuzschule 1816—1848), K. G. Sieb elis(R. in Bautzen 1804—1843), I. A. Weichert (R. in Grimma 1823 — 1845),Friedr. Lindemann (R. in Zittau 1823—1852), endlich Fr. Wilh. Rost (R.der Thomasschule 1800—1835). Als ein Schulmann aber, welcher einen weiteren
Gesichtskreis hatte und den Unterricht von höheren Gesichtspunkten aus behandelte, istK. Detlev Baumgarten-Crusius hervorzuheben (Konrektor der Kreuzschule 1817bis 1832, Rektor von Meißen 1832 bis 1845), dessen Briefe von 1827 „überBildung und Kunst in den Gelehrtenschulen" noch jetzt lesenswert sind.
Gegen Ende dieser Periode trat übrigens nach Überwindung manigfacher juristisch-finanzieller Schwierigkeiten zu den 16 Gelehrtenschulen des Landes 1828 das VitzthumscheGeschlechtsgymnasium***) in Dresden, welches bis 1861 mit dem rühmlichst bekannten
*) Eröffnet 1798. Daneben bestand seit 1809 als Königl. Institut ein philologischesSeminar, hervorgegangen aus einer 1784 von dem Historiker und Philologen Christian DanielBeck gegründeten philologischen Gesellschaft.
**) Ähnlich in Plauen bis 1810, bezw. 1826. S. Palm, Geschichte des Gymnasiumszu Plauen, 1855, S. 18 ff.
***) Erst um diese Zeit hatte die 1638 von Rudolf Vitzthum von Apolda zum Behufe
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