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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachsen.

deutschen Litteratur und Wissenschaft in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dazubeigetragen, schlummernde Kräfte zu wecken und die bereits rührigen zu besondererAnstrengung anzufeuern. Immerhin war die Zahl der Schulmänner, welche ihren Berufvon großen Gesichtspunkten aus ansahen und auch Jdeenkreisen, welche ihrer Werkeltags-arbeit ferner lagen, ein reges Interesse zuwandten, allem Anscheine nach auch da-mals noch eine geringe, was zum Teil in der mangelhaften Vorbereitung zum Lehrer-beruf, zum Teil in der drückenden äußeren Lage seine Erklärung finden mag, in welcherein großer Teil der Lehrer sich befand. Von Schulmännern aus dieser Zeit erfreutesich eines ziemlichen Ansehens der gelehrte Meißner Rektor Joh. Aug. Müller (1789bis 1804), der Polyhistor Joh. Georg Horn in Kamenz (ff 1794), der trefflichePädagog Christoph Jeremias Rost in Bautzen (ff 1790), dessen Nachfolger im Amteauf kurze Zeit der bekannte Kunstarchäologe K. Aug. Böttiger war, endlich RektorAdam Daniel Richter in Zittau (ff 1782), besonders verdient durch sein warmesEintreten für den Unterricht in Naturkunde und vaterländischer Geschichte*).

Auch in der Zeit der Napoleonischen Kriege that die Regierung zur Hebung undFörderung des Unterrichtswesens, was ihr nur möglich war. Die Fürstenschulen erhielten1811 eine verbesserte Schulordnung, 1813 wurde durch Königl. Reskript dieallgemeineSchulkasse" gegründet, welche die Bestimmung hatte, zur Errichtung neuer Schulen,Verbesserung bestehender, Gewährung von Unterstützungen an Lehrer und Relikten der-selben bedürftigen Gemeinden Beihilfe zu gewähren; 1816 wurde in Leipzig die ersteSonntags-, in Dresden 1818 die erste Bauschule errichtet. Bei alledem läßtsich nicht leugnen, daß Sachsen in der Zeit von 18001830, was das höhere Schul-wesen anbelangt, einigermaßen hinter dem Nachbarlande Preußen zurückblieb, welchesbereits 1810 eine Prüfung für die Kandidatur des höhern Schulamts, 1812 ein regel-rechtes Abiturientenexamen erhielt und 1817 durch Errichtung eines besondern Kultus-ministeriums die Trennung von Kirche und Schule, wenn nicht sofort herbeiführte, sodoch vorbereitete. Abgesehen von den finanziellen Bedrängnissen jener Zeit ist derGrund dieser Erscheinung wohl darin zu suchen, daß Sachsen seit 1811 erheblichereOpfer als andere deutsche Länder für sein Volksschulwesen brachte, welches durch dieVisitationsordnung von 1816 eine sehr bedenkliche vorläufige Regelung erfuhr**). InBezug auf die Lateinschulen befolgte der Staat damals wohl in allzuweit gehender Weiseden Grundsatz des luisssr ullsr. Wurde jenseit der Grenze vielleicht etwas zuvielnormiert und reguliert, so ließ man bei uns damals die Dinge zu sehr den alten Ganggehen. Weder bezüglich der Lehrziele noch bezüglich der Lehrgänge herrschte irgendwelcheÜbereinstimmung. Dazu kam, daß zahlreiche Lehrer an den höhern Schulen wirkten, welchekeine Prüfung irgendwelcher Art bestanden hatten, unter den Fachlehrern sogar solche,welche kaum die erforderliche allgemeine Bildung besaßen. Im günstigen Falle warendie damaligen Lehrer an den Lyceen und Gymnasien Kandidaten der Theologie oderinugistri liderulium urtium durch Promotion. Einen maßgebenden Einfluß übte be-kanntlich in jener Zeit in Sachsen der geistvolle Meister der altklassischen, insbesondereder griechischen Studien, Gottfried Hermann aus, geb. 1772 in Leipzig, Professordaselbst von 17981848 ***). An diesen pflegten sich die Regierung wie die Kommunal-behörden gleichermaßen zu wenden, wenn es sich um Neuanstellungen handelte. Nicht

*) Erwähnt seien wenigstens K. Heinr. SintenissR- in Zittau 178397), der Heraus-geber Herodians Gottl. Wilh. JrmischM. in Plauen 175994), Joh. Aug. Gören; (Ain Zwickau 180»1817) und Fr. Wilh. Rost (R. der Thomasschule 18001835).

**) Erhebliche Staatszuschiisse beanspruchten auch die Seminare, Gewerbschulen undSonntagsschulen. Dazu kamen 1828 die technischen Bildungsanstalten in Dresden, aus denenbekanntlich 1851 eine polytechnische Schule hervorgegangen ist. Vgl. hierüber P fretzschuer,Rückblicke auf die Entwicklung des Schulwesens im Königreich Sachsen, Progr. von Plauen 1849.

***) Die namhafteren Schüler des Genannten finden sich verzeichnet in Köchlh's Bio-graphie von 1874.