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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachse».

Jakob Neiske und Joh. Friede. Fischer, von denen der eine 1758 74 dieNikolaischule, der andere 1767 99 die Thomasschule leitete. Im Sinne des neuenHumanismus wirkte auch durch seine vielfachen persönlichen Beziehungen aus der Ferneder aus Chemnitz stammende und auf dem Lyceum daselbst vorgebildete Christian GottlobHeyne. In verwandtem Geiste wirkten neben Gottsched die Leipziger ProfessorenChristian Gottlieb Jöcher (xrok. oräin. 1730 58), der Archäolog Joh. Friedr.Christ*) (xrok. oräin. 1739 56) und Deutschlands Historiograph Joh. JakobMascov ('s 1761). Über Gellerts weitreichenden Einfluß zu sprechen, schienüberflüssig zu sein, da derselbe als ausreichend bekannt angesehen werden darf. Beialler Eigenart berührte G. sich mit den genannten Humanisten ohne Zweifel in dem Be-streben, ans eine freiere, tiefere und geistvollere Auffassung alter wie neuer Litteratnr-werke hinzuwirken**).

Die lange, an Wechselfällen des Geschicks so reiche Regierung Friedrich Augustsdes Gerechten (1763, bez. 17681827) hatte die schweren Aufgaben zu lösen, dmdurch den siebenjährigen Krieg nicht wenig heimgesuchten Lande wieder zu einigemWohlstände zu verhelfen, die Ordnung in allen Verhältnissen wiederherzustellen, bez. denStürmen einer unruhig bewegten Zeit gegenüber aufrecht zu erhalten, weiterhin demLande über die Drangsale der Kriegsjahre 18061815 hinwegzuhelfen, dann die Wundenzu heilen, welche diese zurückgelassen hatten, zuletzt Sachsen noch in die Bahnen über-zuleiten, welche die mit 1815 anbrechende neue Zeit gebieterisch vorzeichnete. Dassächsische Volk kann die treue Fürsorge nicht dankbar genug würdigen, welche ihm vonseiten seines Landesherrn wie der Räte der Krone in dieser schweren Übergangszeitzuteil geworden ist. In erster Linie mußte begreiflicherweise in dieser ganzen Zeit dieAufmerksamkeit der Regierung der Regelung der Rechtsverhältnisse wie der Sorge fürdie materiellen Interessen zugewendet sein. Nach dieser Seite ist viel, sehr viel Segens-reiches von 17631827 geschaffen worden. Was das Schulwesen betrifft, so erfuhrdasselbe in dieser Periode dadurch eine erhebliche Verbesserung, daß in dieselbe dieAnfänge einer ordentlichen Volksschule fielen, zu den Lateinschulen, welche bis dahin fastallein dem Bildungsbedürfnisse der männlichen Jugend hatten Genüge leisten müssen,höhere Schulen anderer Art hinzutraten, endlich auch eine Reihe von Anstalten erstand,welche Werke der barmherzigen Liebe zu treiben bestimmt waren. Einige Angabenmögen dies veranschaulichen. Im Jahre 1763 wurde die Akademie der bildenden Künstein Dresden gegründet, 1773 in Leipzig Samuel Heinickes Taubstummenanstalt(welche von 1777 ab kurfürstliche Unterstützung erhielt), 178586 die Linke-JohnscheArmenindustrieschule zu Dresden, 1787 das erste Schullehrerseminar in Friedrichstadt-Dresden***), 1788 die Wendlersche Armenschule ff) und 1792 die Ratsfreischulein Leipzig ffff), 1808 in der Residenzstadt eine höhere Töchterschule und 1809 I. G.Flemmings Blindenanstalt. Von 1805 an begann man auch, für das Volksschulwesenernstlich Sorge zu tragen, indem man die Schulpflicht nachdrücklicher als bisher ein-

*) S- E- Dörffel, I. Fr. Christ, sein Leben und seine Schriften. Leipzig, Doktor-dissertation von 1878.

**) Von Schulmännern ans dieser Zeit sind etwa noch hervorzuheben die Rektoren Gottl.Grabener in Meißen (bis 1750) und der schon genannte Gottl. Gerlach in Zittau (bis 1750).

***) Der zweite Direktor desselben (von 17971807) war der bekannte Didaktiker Gust.Friedr. Dinier, geb. zn Borna. In vielfacher Rücksicht interessant ist dessen Selbstbiographievon 18r9, welche u. a. auch eine lebensvolle Schilderung seiner grimmaischen Schulzeit 1773bis 1779 enthält. Noch sei bemerkt, daß das Jahr 1797 auch die ersten Ansätze zu Volks-schullehrerseminaren in Planen und Freiberg brachte.

ff) Dresden hatte eine solche bereits seit längerer Zeit. Das seit 1760 niedergebrannteGebäude derselben wurde 1791 in erweiterter Gestalt wiederaufgebaut.

ffff) Einen ziemlichen Ruf als Pädagogen genossen in ihrer Zeit die beiden aufeinanderfolgenden Direktoren derselben, Plato und Dolz, deren Andenken in Leipzig noch jetzt inEhren gehalten wird.