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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachsen.

den Schulrektoren aus dieser Periode sind außer den erwähnten Wilke und Tho-mas ins etwa noch namhaft zu machen: der Orientalist Johann Zechendorf inZwickau (ch 1662), der Polyhistor und tüchtige Pädagog Christian Daum*) eben-daselbst (7 1687), Justus Gottfr. Rabener in Meißen (7 1699) und der Pflegerder deutschen Litteratur Christian Weise in Zittau (h 1708).

Der Übertritt des Herrscherhauses zur katholischen Kirche 1697 übte auf dasKirchen- und Schulwesen des Landes dank den zum Schutze der evangelischen Interessendamals getroffenen Einrichtungen keinerlei Einfluß aus; die oberste Kirchen- undSchulbehörde erhielt sogar durch diesen Übertritt einen Zuwachs an Macht und Selb-ständigkeit.

Das 18. Jahrhundert brachte von drei Seiten her eine Anregung. Wenn auchnicht gerade im Widerspruch mit seinen Grundgedanken, so doch ohne merklichen Einflußderselben ist der Franckesche Pietismus bekanntlich zuletzt zu einer hohen Wert-schätzung der sogenanntennützlichen Kenntnisse" gelangt, welche sich in einer auf-fallenden Begünstigung der modernen Sprachen und Realien in seinen Lehrplänen be-merklich machte. Die Wirkungen waren bald auch in Sachsen zu verspüren**). Seit1718 weist der Lehrplan von Meißen Französisch***), seit 1721 Mathematik 7 ) aufund nachdrücklich schärft die Lehrordnung dieser Schule von 1727 die Pflege derMuttersprache ein. In dieser Periode erhalten die Schulen auch regelmäßigen Unter-richt in Profangeschichte, während bis dahin die Kirchengeschichte fast allein behandeltworden war. Die Ordnung der Thomasschule von 1723 aus der letzten Zeit Joh.Heinr. Ernestis schreibt neben Deutsch und Geschichte auch Geographie vor, währendvon den Lateinern fast nur noch Issxos gelesen werden sollte. Auf Erteilung einerphilosophischen Propädeutik" im Zusammenhänge mit einem vertieften deutschen Unter-richt drang der vielseitig durchgebildete Rektor von Zittau (172338) Gottfr. PolykarpMüllerss-s). Um dieselbe Zeit (1726) ließ der afranische Rektor Martius ernstlicheBedenken gegen die griechischen Exercitien laut werden, deren Beschränkung er dringendanempfahl, indem er zu erwägen gab,ob nicht zu Ehren der teutschen Nation undzum Nutzen der Lspndligus die teutsche Sprache dafür ein bißchen mehr in Oon-sicisrutiou gezogen und exoolirt werden möchte". Eine andere Anregung, welche sichmit den nur erwähnten Bestrebungen teilweise berührte, gieng aus von den elegantenKreisen, welche sich die Pflege der deutschen Dichtung angelegen sein ließen, unter derFührung des Leipziger Professors Gottsched. Daß die bevorzugten Anstalten desLandes, die Fürstenschulen, dieser im Kreise der Vornehmen wie der Gelehrten so ein-

Dresden nach Berlin. Großen Vorteil zog bekanntlich aus diesen Verhältnissen die neugegrim-dete Universität Halle, welche für Leipzig bald eine ebenso gefährliche Nebenbuhlerin wurde,wie es ehedem Wittenberg gewesen war.

*) Interessant seine Antrittsrede von 1662 Vs rsetoris oküeio sellolastieo, mit histor.Einleitung herausgeg. von H. Jlberg, Festprogr- von Zwickau 1869.

**) Die Universität erhielt 1710 Professuren für Reichsrecht und Chemie, 1711 solche sinNaturwissenschaften und Heraldik, 1724 eine für Arabisch u. s. w.

***) In Grimma ward ein französischer Sprachlehrer 1722 angestellt. Die städtischenLateinschulen nahmen diesen Unterricht zum Teil erst viel später in ihre Pläne auf, so Plauenum 1740, Zwickau erst 1758.

ss) In Zittau wurde wenige Jahre darauf (1723) der erste Lehrer der Mathematik an-gestellt.

-sch) Behandelt von Herm. Eckstein im Programm von 1881. Als Leipziger Docenthatte Müller 1714 eine Gesellschaft fürErkäntniss und Verbesserung Deutscher Schreib-Art"begründet. Seine Studien erstreckten sich u. a. auch auf Naturwissenschaften, Philosophie, mo-derne und orientalische Sprachen. Neben dem Französischen will M. (bereits 1725!) auch dasEnglische und Italienische betrieben haben. Von griechischen Autoren weist M.'s Lektionsplanvon 1734 auf: Jsokrates und Homer, von lateinischen außer Cicero auch PlautuS, Horatius,Seneca, Quintilianus und Pliuius. Dafür mußte er in älteren Jahren eine Anklage wegenUnkirchlichkeit erleiden. Tief gekränkt darüber legte er 1738 sein Amt nieder, um sein Leben imSchoße der Herrnhuter Brüdergemeinde zu beschließen.