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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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765
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Sachscn. 76ff

gethan; so erfuhr z. B. 16701686 die iu jeder Rücksicht arg verfallene Schule zuGrimma eine gründliche Um- und Neugestaltung*).

Daß der große Pädagog und Methodiker des 17. Jahrhunderts Ainos Co-uienius in Sachsen sonderliche Beachtung gefunden habe, wird sich schwerlich be-haupten lassen**). Dagegen hatten die vorangegangenen Reforinbestrebungeu WolfgangRatkes die Aufmerksamkeit wenigstens gewisser Kreise auf sich gelenkt. Bekanntlichhat der Konrektor der Thomasschule Johann Nhenius nicht nur 1626 das Haupt-werk der Ratkeschen Schule herausgegeben, sondern auch sonst als Schriftsteller deren An-schauungen vertreten. Verschiedene der von ihm verfaßten Schulbücher (seine Logik undRhetorik, sein Donat u. s. w.) erlangten eine große Verbreitung an sächsischen Schulen.Zwar vermochte seine lateinische Grammatik von 1611 in Meißen trotz aller Verwen-dung des Oberkonsistoriums die von Erasm. Schmid verbesserte MelanchthonischeGrammatik nicht zu verdrängen. Aber als geraume Zeit später (1652) der DauzigerProfessor Joh. Raue dem Kurfürsten Johann Georg II. gegenüber für dienova motbockus Ratieliianorum mit Erfolg eine Lanze eingelegt hatte, machte sich docheine Wirkung bemerklich. So lassen z. B. die Vorschläge, welche St. Afras würdigerRektor Joh. Georg Wilke 1667 zur Beseitigung verschiedener Mängel in der Unter-richtsmethode machte, den Einfluß Ratkescher Gedanken nicht verkennen***).

Was die altklassische Lektüre betrifft, so macht sich in diesem Jahrhundert infolgeder Überhandnahme der Unwissenheit unter den Lehrern wie andererseits eines äußer-lichen, engherzigen Buchstabenglaubens ein erheblicher Rückgang fast allerwärts bemerklich.In dem Maße, iu dem Homer, Demosthenes, Plato, Horaz, Sallust u. a. Autorenaus den Lehrplänen verschwinden ff), nimmt die Lektüre der Kirchenväter, christlichenDichter sowie der griechischen Lehrdichter und daneben die Benutzung dürftiger Chresto-mathieen überhand. Ein Hauptvertreter dieser Richtung war, wie oben bereits gelegent-lich erwähnt worden ist, der übrigens sehr achtuugswerte, besonders um die Geschichteder Philosophie verdiente Jakob Thomas (Dbomusms), Rektor der Nikolaischule von187076 und sodann der Thomasschule 167684. In Leipzig behauptete sich dieseorthodox - utilitarische Richtung an den Schulen bis zu Gesners Zeiten ffff). Von

*) Unter den Schulmännern jener Zeit erfreuten sich wegen ihrer umfassenden Gelehr-samkeit großen Ruses die Rektoren der Kreuzschule Johann Böhme (Bohemus, ff 1676) unddessen Nachfolger Egenols (ff 1689). Der erstere, ein bedeutender Orientalist, dazu gekrönterkaiserlicher Poet, ließ 1643 Hör. oarm. I n. II in deutscher Übersetzung durch seine Schülerherausgeben. Seine SchulbücherHoworiaui et Verglimm operum analxsis äioliotomiougeuoralis, Dresden 1652, 1664", sind charakteristisch für die exegetische Methode jener Zeit-Vgl. O. Meltzer, Joh. Bohemus, Jahrb. für Philologie u. Pädagogik 1875. 46 u. separatLeipzig 1875.

**) Doch erscheinen hier und da dessen für jene Zeit klassischen Schulbücher in den Lehr-plänen, so z. B. das Vostibulum Imtiuum in dem Zwickauer von >676, welcher handschriftlicherhalten ist. Au der Nikolaischule hatte sich schon 49 Jahre srüher der gelehrte Rektor Zachar.Schneider für die Methode des Comenius begeistert und 1636 einlamme iu liogrmm Orao-cam vestibulum ack Oomemi mstbockum aäoruatum" versaßt, wie er auch schon 1631 zurlamm des großen Pädagogen beigetragen hatte. Er hat beide Bücher des Comenius an seinerSchule weiterhin eingeführt; eins von ihnen (die lamm) beseitigte 1671 Rektor Thomasius,indem er dafür den Orbis pietus eiufllhrte.

***) Flathe, St. Afra, S. 218 fs.

ff) Der Plan der angesehenen Zwickauer Schule von 1676 hat bereits keinen griechischenKlassiker mehr. Gelesen werden dafür außer dem blov. Dostam, die Paraphrasen des NonnusZu Johannes und Dösseln evaugslia grasea.

ffff) Auch auf die Universität übte der Geist des damaligen Regiments einen lähmendenEinfluß aus. Leipzigs größter Sohn Leibniz (geb. 1646) mochte später durchaus nicht nachder Vaterstadt zurückkehren, die er im Unmute verlassen hatte, der charaktervolle ChristianThomasius, welcher 1688 den Versuch einer ersten Vorlesung in deutscher Sprache gewagthalte, sah sich genötigt, 1694 in Halle eine Zufluchtsstätte zu suchen. Sogar die oollogia pbilo-lüdlica Aug. Herm. Francke's (1690) erregten Anstoß und Verdächtigungen, und der frommeOberhofprediger Phil. Jakob Spener folgte 1691 nach Lage der Dinge gern einem Rufe von