Sachsen.
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1 treffliche Schüler des Nurgenannten wie Melanchthons, Adam Siber aus Schönau
!j bei Zwickau, um die Fürsteuschulen durch die umsichtige Ausarbeitung ihres Lehrplans,
sk Abfassung von Lehrbüchern und wertvollen pädagogischen Schriften, wie durch eine
' lange gesegnete Wirksamkeit an einer derselben. Er war (erster) Rektor von Grimma
- von 1550—1584*). Über die Lehrordnung und den Ünterricht der Fürstenschuleu
vor 1580 sind wir auffallend wenig unterrichtet. Die Anfänge derselben scheinen^ ziemlich bescheiden gewesen zu sein, indem in der ersten Zeit, wie dies bezeugt ist, manche
i Recipienden nicht einmal geläufig lesen und schreiben konnten. Meißen hatte bis 1580
nur 2 Klassen, Grimma außer diesen noch eine Borbereitungsklasse**).
Bezüglich der übrigen Schulen des Landes fehlte es an jeder bindenden Norm;s denn die Einrichtung der „drei Haufen" nach Maßgabe der Melanchthouischeu Schul-
j ordnung war ja wohl empfohlen worden, hatte aber nicht vorgeschrieben werden können.
! Dazu waren die finanziellen Verhältnisse der Schulpatrone zu verschiedene. Einzelne
! Orte begnügten sich zunächst damit, in ihren Schulen, wie sie eben waren, nur den
Lutherschen kleinen Katechismus und eine Sammlung deutscher Kirchenlieder einzuführen;
> andere führten sofort die Teilung der Schüler in 3 Klassen ein, doch so, daß in ge-
! wissen Fächern 2, ja alle 3 kombiniert unterrichtet wurden. Günstiger gestellte Schulen
s hatten dagegen 4 Klassen, so die Nikolaischule um 1540, noch andere deren 5, wie
! Chemnitz nach Sibers Reformen 1549***), oder 6, wie Freiberg um 1550, ja 8, wie
Zwickau in der Zeit von 1537 —1562. Infolge dessen war auch die Zahl derLaeeulauröi, welche den „Meister der Schul" als Gehilfen unterstützten, an verschiedenenOrten eine sehr verschiedene; sie schwankt zwischen 2 und 6. Frühzeitig erscheint unteri ihnen ein Kantor (so von vornherein bei den Fürstenschulen) und pflegte der nächste
?! Lehrer nach dem Schulmeister als suprsmus oder suporior bezeichnet zu werden.
Weiterhin findet sich öfters die Skala: luäi mugistor (uneigeutlich auch reetorsebolao) ff); suprornus; ll^pockickuseglus, auch mockius oder tortius; euutor und zumf Schluffe etwa noch ein guiutus (bez. Intimus oder eolludorutor oder duoeulnurous imengeren Sinne). An den meisten Orten waren die baulichen Einrichtungen, wie dieGehaltsverhältnisse äußerst dürftig ffff). Lehrer und Schüler waren zur Beschaffung des
*) Geb. 1516, war er vou 1541—45 Rektor in Freiberg (als Nachfolger von Wachmann),sodann von 1547—50 solcher in Chemnitz. Die letztere Schule erhielt durch ihn 1549 einevöllige Umgestaltung; u. a. wurden 5 Klassen an derselben eingerichtet mit griechischem Unter-richt in der Oberabteilung. Höchst bedeutend ist die Denkschrift, in welcher er seine Reform-Pläne darlegt, mit dem Titel: Imäus apuä Obsumieium blisuias gus, ratiouo ackmiuistrstur.Gegen Ende seines Lebens hat S. noch einen bedeutenden Einfluß auf die Feststellung derKurfürst!. Schulordnung von 1580 ausgeiibt. S. hierüber Palm, Do pristiua III. Noläauiäisoiplina, Progr. von Grimma 1850."
L **) S. Palm a. a. O. S. 4 und den betreffenden Abschnitt in Flathes trefflicher
Geschichte von St. Afra, Leipzig 1879, wo auch S. 481 ein Orcko Isotiouum von 1575 ab-j gedruckt ist. Nach demselben hatte jede der beiden Abteilungen wöchentlich nur 12 eigentlicheLehrstunden.
***) Zu Gunsten dieser Schule hatte der letzte Abt des dortigen Klosters Hilarius einel beträchtliche Summe aus seinem Privatvermögen vermacht.
t ff) Diesen Titel legt sich 1519 bereits Stephan Roth in Zwickau gelegentlich bei. Als
1 reetor sellolas bezeichnet den Vorsteher der Schule z. B. eine Freiberger StadtkLmmereirechnung
f aus dem Februar 1571; in Leipzig ist der Titel um 1590 gleichfalls bereits in Gebrauch.
^ Offizielle Bezeichnung ist er erst von 1656 an.
j ffff) Interessante Angaben hierüber in Herzogs Geschichte des Zwickauer Gymnasiums.
: Vgl. auch Schubart, Zur Geschichte des Gymnasiums in Bautzen, Progr. dieser Schule von
! 1863 ff., Palm, Geschichte der lateinischen Schule zu Plauen, Progr. der genannten Schule von
> 1855, und Sachse, Beiträge zur Geschichte der Thomasschule im 16. Jahrh., Thomasschul-
j Programm von 1880. Die festen Gehalte waren durchweg kärglich; der Schulmeister der Nikolai-
( schule bezog 1562 nur 50 fl., der zu Plauen 1582 nur 65 fl. Dazu kamen ja freilich Acci-
> dentien und Schulgeldbezüge, auch wurde nach 1560 kaum noch irgendwo dem Schulmeister zu-
> gemutet, sich, wie ehedem, seine Gehilfen selbst zu halten. Ein Gehalt von 200 fl., wie ihn( Zwickau um 1550 dem Schulrektor bot, mußte als ein ungewöhnlich hoher angesehen werden.