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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Sachsen.

Weise fehlte es nicht an leidenschaftlicher Einrede. Kurfürst Mo ritz > Art war esnicht, das einmal Beschlossene zaghaft zu thun; die Einrichtungen aber, welche er traf,bekunden in hohem Maße wie seinen staatsmännischen Scharfblick, so seine gewissenhafteFürsorge für die höchsten idealen Interessen seines Landes. Über die zahlreichendankenswerten Anordnungen, welche er bezüglich der Universität traf, geben v. Langenn'sBiographie des Kurfürsten Moritz, wie die Specialgeschichten der Leipziger UniversitätAuskunft. Hier sei nur erwähnt, daß es ihm gelang, in Alesius, BernhardZiegler, Johann Pfeffinger, vornehmlich aber in Joachim Kammermeister(Oaworurms) aus Bamberg der Universität ausgezeichnete Lehrkräfte zuzuführen, welchezugleich im Sinne der neuen evangelischen Lehre wirkten. Die Berufung des letzt-genannten erfolgte auf Melanchthons Anraten im Herbst 1541. Als erster Professorutriusgus liuguas an genannter Universität mit 300 Gulden Gehalt erwarb derselbesich durch die Vielseitigkeit seines Interesses wie durch sein seltenes Organisations-talent die erheblichsten Verdienste um die Leipziger Hochschule. Unter anderem sind die1543 verfaßten, 1558 teilweise abgeänderten Statuten der philosophischen Fakultät seinWerk*).

Ein ganz besonderes Verdienst hat sich bekanntlich Kurfürst Moritz durch dieErrichtung der drei Fürstenschulen erworben, welche als wohldotierte, vom Staatesorgsam beaufsichtigte wie liebevoll gepflegte Stiftungsanstaltcn mit Internaten nicht nurauf die Entwickelung des sächsischen, sondern des deutschen Schulwesens einen nicht ge-ringen Einfluß ausgeübt und Jahrhunderte hindurch als Musteranstalten mit Recht ge-golten haben. Während die kommunalen und privaten Schulen ausnahmslos innerhalblängerer Zeiträume mancherlei Wechsel erfahren haben, so daß oft auf eine erfreulicheBlüte rasch arger Verfall folgte, haben jene drei bevorzugten Schulen sich einer Stetig-keit der Entwickelung erfreut, daß es ihnen schon aus diesem Grunde nicht schwer fallenkonnte, durch ihre Leistungen sich hervorzuthun. Meißen und Pforta wurden aufGrund des Stiftungspateuts vom 21. Mai noch im Jahre 1543 eröffnet; an Stelledes ursprünglich in Aussicht genommenen Merseburg trat bekanntlich Grimma, dessenSchule 1550 eröffnet wurde. Indem im übrigen auf den ArtikelFürstenschulen"verwiesen wird, sei hier nur der zwei Männer gedacht, welche bei der Gründung dieserSchulen besonders dankenswerte Beihilfe geleistet haben. Der eine war JohannBachmann (Rivius) aus Attendorn in Westfalen. Geboren 1500, wurde er durchAgricola (s. o.) 1519 von Leipzig nach Zwickau an die neugegründete sellola Liraecaberufen**). Nachdem er eine Reihe von Jahren am genannten Orte, dann in Anna-berg, Marienberg und Schneeberg gewirkt hatte, wurde er vom Herzog Heinrich1537 als Rektor nach dessen Residenz Freiberg berufen. Dort erwarb Rivius sich baldgrößeren Einfluß, insbesondere auch am herzoglichen Hofe. Kein Wunder daher, daßHerzog Moritz, der den tüchtigen Mann aus der Nähe kennen gelernt hatte, diesenvornehmlich neben den Räten vr. Komerstadt und Ernst v. Miltitz bei der Errichtungder Fürstenschulen zu Rate zog und ihm 1545 die Inspektion über dieselben übertrugund bis an sein Ende (1553) beließ. Nicht geringere Verdienste erwarb sich der vor-

*) St übel, Urknndenbuch der Universität Leipzig von 14091555 (Bd. XI. 2. des 6oä.äiplom. Saxonias reZias, Leipzig 1879); Zarncke, Statutenbücher der Universität Leipzig.Die Zahl der Studenten schwankte unter Moritz zwischen 1250 und 4400, die der Lehrer stiegbis zu 100; die philosophische Fakultät allein zählte 2024 Professoren, unter denen sich auchseit Moritz einer für Anatomie und einer für Mathematik befand. Über Wittenberg s. Groh-manns Annalen dieser Universität, 1801.

**) Die Chronologie seines Lebens bis zu seiner Übersiedelung nach Schneeberg 1535 istnicht ganz aufgehellt, indem die über ihn auf uns gekommenen Angaben sich teilweise wider-sprechen. Sein Schüler war u. a. Georg Fabricius, der ihm nach Annaberg folgte, des-gleichen Adam Siber; mit beiden vereint wirkte er 153740 als Lehrer an der FreibergerSchule. Von ihm stammt die krima rszuia sobolastioa in Msnia, welche 1539 in Freibergentstand. Wir besitzen eine Biographie von S. aus der Feder des nurgenannten Fabricius.