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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
Entstehung
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Sachsen.

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bereits 1520 wurde sie mit der längst bestehende» lateinischen verschmolzen. Ebensowenig wird man daraus, daß Mosellanus sein weiterhin viel gebrauchtes Schulbuch,die kaeckoIoZin, dem ihm befreundeten Rektor der Thomasschule Johann Graumann(kolirmäer) zneignete, einen voreiligen Schluß auf die Bedeutung des Mannes oderden Stand seiner Schule ziehen dürfen. Einen gewissen Vorrang vor der Mehrzahlder sächsischen Schulen scheint aber längere Zeit hindurch damals die zu Zwickau be-hauptet zu haben. Wie 1521 dort bereits ein lutherischer Pfarrer angestellt war, soist auch die Zwickauer Schulordnung von 1523 die älteste evangelischeSachsens. Dieselbe war ein Werk des tüchtigen Rektors Georg Bauer (^.Zrieokn)aus Glauchau*) und Leonhard Rätters, welcher 1522 diesem im Amte nachfolgte.Eine interessante Umgestaltung hat sie 1537 durch den aus Belgien stammenden RektorPeter de la Rue (Nlntenuus) erfahren, insofern manche Bestimmungen aus der Ordnungder Hieronymianer-Schule zu Lüttich in dieselbe ausgenommen wurden**). Auch Lutherbezeichnet in eineni Briefe au seinen Kurfürsten vom Jahre 1542 die Knabenschulen inZwickau und Torgau als zweitreffliche und köstliche Kleinode im Lande". Nichtwenig hat ohne Zweifel zu dem Gedeihen dieser Schule der Umstand beigetragen, daßein hochherziger reicher Mann, der Zwickauer Bürger und Amtshauptmaun MartinRömer, 1479 auf eigene Kosten ein neues Schulgebäude errichten ließ und im Verlaufeder Zeit gegen 100 000 Gulden der Stadt für geistliche und Wohlthätigkeitszweckezuwendete***).

Die 15271529 im Bereiche des Kurfürstentums abgehaltenen hochwichtigenKirchen- und Schulvisitationen, das Erscheinen von Luthers Katechismen, die unterLuthers Beirat von Melanchthon entworfene Kursächsische Schulordnung von1528, die Einführung der Reformation in Freiberg und Umgegend 1537, in Leipzigund schließlich dem ganzen Bereiche des Herzogtums Sachsen 1539, wie die 1537 be-ginnenden Kirchenvisitationen im albertinischen Theile des Landes alles dies hat inkirchengeschichtlicheu wie pädagogischen Werken bereits eine so eingehende Behandlunggefunden, daß es genügt, hier nur die nackten Data zu geben P).

Erstaunlich rasch vollzog sich dank der Energie, mit welcher die Fürsten ihrReformationsrecht" ausübten und die Gemeinden in ihrem Bereiche der neuen LehreEingang verschafften die Umwandlung der Universität Leipzig wie der höheren undniederen Schulen des Landes in evangelische Anstalten P f). Der hochbegabte und that-kräftige Sohn Heinrichs des Frommen (P 1541), der Herzog und spätere Kur-fürst Moritz, war der rechte Mann, in die gärenden Verhältnisse Ordnung zubringen, insbesondere das schwere Werk der Säkularisation der geistlichen Güter undVerteilung derselben, bez. des Erlöses aus ihnen auf die Kirchen und Bildungsanstaltendes Landes. In der ganzen Maßnahme lag ja etwas Gehässiges und begreiflicher

*) Ein für jene Zeit nicht unbedeutender Naturforscher, insbesondere verdient um dieFossilienkunde und Mineralogie.

**) Fabian, Peter Plateanus, Rektor der Zwickauer Schule, Progr. von Zwickau 1878.Daselbst ist auch dessen Lehrordnung für die 7-, bezw. Massige Schule des Orts abgedruckt.

***) Unterstützt durch Zwickauer Stipendien, machte 152123 Gregor Melzer oderMälzer (Haloander) in Leipzig seine Studien. Er erregte später in weiten Kreisen Aufsehendurch seine Kritik des Justinianischen Rechtes. Außer ihm hat Zwickau in jener Zeit nochmanchen namhaften Gelehrten gebildet.

P) S. u. a. auch Förstemann, Neues Urkundenbuch zur Geschichte der evangelischenKirchenreformation, 1842.

1P) In Meißen trat an Stelle der Dom- und Afraschule, welche aufgehoben wurden, aufkurze Zeit 153943 eine lateinische Stadtschule. Die ersten lutherischen Rektoren waren: inZwickau der oben genannte Natter, in Freibcrg Joh. Rivius, in Zittau Andreas Mascus,in Chemnitz Valentin Hertel, an der nurerwähnten Meißner Stadtschule Herrn. Vulpius-Vor 1537 waren bereits im evangelischen Geiste reformiert worden: die Lateinschulen in Zwickau,Bautzen, Schneeberg, Zittau.