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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Russische Ostsecprovilizcn.

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in den letzter» ihrer Bestimmung gemäß eher die höhere Schülerzahl zu erwartenwäre. Wenn nun auch dies Verhältnis für die Elementarschulen sich dadurch gün-stiger stellt, daß eine große Anzahl von Kindern den ersten Unterricht teils imHause und in kleinern Kreisen durch Privatunterricht oder in solchen Schulanstaltenerhielt, welche nicht unter der Schulverwaltung stehen, wie in den Kirchenschulen,Kinderbewahranstalten oder Schulen der Hilfsvereine und andere mehr, sowie da-durch, daß auch die Mittlern und Hähern Privatanstalten häufig den Elementarunter-richt in ihren Lehrkursus mit einschließen, so dürfte das erwähnte Mißverhältnisdoch dadurch allein noch nicht seine Erklärung finden. Leider befindet sich die Schul-statistik im Lehrbezirk noch sehr in ihren Anfängen; eine gründliche und umfassendeArbeit der Art liegt nur über die Schulen in Riga vor; in dieser aber ist nach-gewiesen, daß von der im schulpflichtigen Alter stehenden Jugend überhaupt etwa dieHalste teils völlig ungeschult bleibt, teils eine wegen zu kurzen Schulbesuches nur un-genügende Elementarbildung erhält. Daß in den übrigen Städten sich ein günstigeresVerhältnis Herausstellen würde, ist kaum vorauszusetzen. Eine auffallende Erscheinungist ferner das Überwiegen der Schülerzahl in den höhern Anstalten, welche die Gym-nasialbildung zum Ziele haben, über die der mittleren Schulen, die unmittelbar zumEintritt ins praktische Leben vorbereiten. Die bedeutende Steigerung der Schülerzahlin den Gymnasien (im Jahre 1871 , 3177 ; im Jahre 1883, 5929 Knaben) und diedadurch entstandene Überfüllung einzelner Anstalten ist teils ein thörichtes, weil durchnatürliche Begabung häufig nicht unterstütztes Streben der niederen Volksklassen nachder höheren Bildung, besonders aber durch die mit der letztem verbundenen Vorteilein der Verkürzung der Militärdienstpflicht veranlaßt; den Gymnasien aber wird durchdiese in sie nicht hingehörenden Schüler die Erfüllung ihrer eigentlichen Aufgabe bedeu-lend erschwert. Dasselbe Verhältnis zeigt sich in den höhern Mädchenschulen im Ver-gleich zu den Mittlern. Während im Jahre 1871 in beiden Arten von Schulen zu-sammen sich 3662 Schülerinnen befanden, betrug 1883 die Zahl derselben in denhöhern Schulen allein 3816 (in den Mittlern 3053). Es kann nun unmöglich alseine gesunde Entwicklung des Mädchenschulwesens erscheinen, daß die höhern und ihnennachstrebend auch die Mittlern Lehranstalten immer mehr das Ziel der weiblichen Bildungin der Vorbereitung zum leidigen Gouvernantenexamen suchen und sich bestreben, aufKosten der Bildung des Herzens und Gemütes ihren Zöglingen eine erdrückende Füllevom Gedächtniswissen mitzuteilen. Es wäre sehr zu beklagen, wenn, wie es fast den An-schein hat, die Richtung, welche die weibliche Bildung in den Gymnasien im Reiche ver-folgt, auch auf die höhern Mädchenschulen des Lehrbezirks noch mehr Einfluß gewänne.Zn diesem erscheint die Vermehrung der Elementarschulen, sowie der Mittlern Schulensowohl für Knaben und Mädchen, und zwar aus öffentlichen Mitteln und für ein billigesSchulgeld, zunächst dringend nötig.

Die Mittel zur Unterhaltung der Schulen werden teils von der Krone hergegeben,teils vom Adel, von den Verwaltungen der Städte und den Ständen, oder sie fließenaus Stiftungen und dem Schulgelde. Wegen Unvollständigkeit der vorliegenden An-gaben über die Etats der einzelnen Schulen, besonders der Elementar- und Töchter-schulen, sowie über den Betrag des eingezahlten Schulgeldes, welches fast die einzigeQuelle des Unterhalts der Privatschulen bildet, ist es nicht möglich eine nur einiger-maßen sichere Berechnung der Summen zusammenzustellen, welche im ganzen für dasSchulwesen in den Städten aufgewandt werden. Zuverlässige Angaben liegen nur überne Kosten des Schulwesens in der Stadt Riga vor, die hier eine Stelle finden mögen.Daselbst bestanden im Jahre 1883 im ganzen 140 Schulen, öffentliche und private,teren Unterhalt in runder Summe 526 880 Rubel betrug, welche sich in folgenderWeise verteilten: von der Krone 62 681 Rub., von der Stadtverwaltung und denStanden 99 437 , aus Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten 32 251, an Schulgeld299 214 und aus Privatmitteln 33 197 Rubel. Im allgemeinen trägt der StaatPädag. Emyklopüdie. VII. 2. Ausl. 48