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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Russische Ostseeprovinzen.

vorzugsweise bei zur Unterhaltung der Gymnasien und Kreisschulen und einiger Töchter-schulen (mit russischer Unterrichtssprache) und gewährt nur eine geringe Beihilfe fürdie Elementarschulen, deren Kosten, sowie die der Realschulen aus den Mitteln derStädte und dem Schulgelde bestritten werden. Die stärkste Quelle der Einnahme istin der letzten Zeit das Schulgeld geworden, das nicht nur in den Privatschulen, son-dern auch häufig in den öffentlichen zu einer Höhe gesteigert worden ist, welche denFamilien aus dem Mittelstände die Erziehung der Kinder mehr als billig erschwert.

Ich habe die Darstellung des Schulwesens in den baltischen Städten auf dieSchulen beschränkt, deren Aufgabe die elementare oder höhere allgemeine Bildung derJugend ist. Außer diesen giebt es aber noch andere Lehranstalten, die specielle Unter-richtszwecke verfolgen, wie das Polytechnikum in Riga, welches ganz aus den Beisteuernder Ritterschaften und Städte der drei Gouvernements und dem Schulgelde erhaltenwird; das geistliche orthodoxe Seminar in Riga; ferner die unter den Konsistorienstehenden Kirchenschulen zur Vorbereitung für die Konfirmation; die Schulen der religiösenBrüderschaften (Bratstwos) orthodoxer Konfession; mehrere Navigationsschulen u. a. m.Ausgeschlossen blieben auch die Anstalten, in denen der Unterricht nicht einziger Zweckist und die an der Grenze der Schul- und Wohlthätigkeitsanstalten stehen, so eieSchulen der Armenhilfsvereine, der Vereine gegen den Bettel, die Rettungsanstaltenfür verwahrloste Kinder, Kleinkinderbewahranstalten; ebenso die Fröbelschen Kinder-gärten, welche allmählich in den größern Städten sich einzubürgern beginnen. Auchbefinden sich in den Ostseeproviuzen 4 Taubstummenschulen, eine mit deutscher Unter-richtssprache in Riga, eine für Kinder esthnischer Herkunft in Fennern, und zwei fürlettische Kinder: in Karolinenhof bei Mitau und in Wolmar; sowie eine Blinden-schule in Riga. Die nur mangelhafte Bildung, welche jetzt in den Elementarschulenerlangt werden kann, hat in jüngster Zeit mehrseitige Bestrebungen veranlaßt durchGründung von Fortbildungs-, Zeichen- und Gewerbeschulen für eine zeitgemäßere Bil-dung des Handwerkerstandes zu sorgen; hoffentlich wird eine Reorganisation des Elemen-tarschulwesens nicht lange auf sich warten lassen, ohne welche diesen Schulen die rechteGrundlage einer gedeihlichen Wirksamkeit in Zukunft fehlen würde.

Quellen: außer den gelegentlich angeführten: Gadebusch, Hupel, Topogr. Nachr.,Richter, Geschichte der deutschen Ostseeprovinzen, Livländ. Schulblätter 18131815,Pöschmann, Historische Bemerkungen über die Schulen in den Ostseeprovinzen, Albanus'Rede zur Säkularfeier; zahlreiche Programme und Schulschriften aus älterer und neuesterZeit; Mitteilungen der Gesellschaft für Altertumskunde 1851; Das Inland 1883,Journal des Ministers der Volksaufklärung, von Jung-Stilling; Resultate der schul-statistischen Enquete in Riga, 1884; Mitteilungen für die evang. Kirche Rußlands,Baltischer Schulalmanach, Lehrpläne der livländischen und kurländischen Landschulen,Materialien zur Kenntnis des evangelisch-lutherischen Landschulwesens in Livland, Riga1884 u. a. m. bl.

Quellenmäßige Aufschlüsse Uber das Volksschulwesen der russischen Ostseeproviuzenbieten: 1) drei bei L. Weyde in Riga gedruckte Aktenstücke: a) Vorschriften für dieAufnahmeprüfungen an den drei livländ. Landschullehrerseminaren, den für Parochiallehrer(Küsterschule"), den für lettische Gemeindelehrer in Walk und den für esthnische Ge-meindelehrer in Dorpat datiert Riga Januar 1874; b) Lehrpläne für die livlän-dischen Landschulen evangelisch-lutherischer Konfession. (38 Paragraphen.) Riga 5. März1874; o) Instruktion für die livl. Landschulen evang.-lutherischer Konfession. (14 S-),Riga 19. Juli 1874; ä) Sammlung der auf die evang.-lutherischen LandvolksschulenKurlands und ihre Verwaltung bezüglichen Gesetze, Instruktionen und Erlasse, Mitau,Steffenhagen 1885; o) Bestimmungen, betreffend das Lehrerseminar zu Jrmlau, 1885,ebenras. Vergleiche hierzuDie Volksschule in Livland. Nach einem Bortrag VonF. Hollmann, Seminardirektor in Dorpat. 1876. Verl, von E. Malinesen."

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