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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
Entstehung
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Reizbarkeit.

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motorischen Thätigkeitsäußerungen zu erkennen. Wir stehen hier an der Grenze der nochin das Reich der Gesundheit fallenden und der anerkannt pathischen,pathologischen"Zustände. An der Grenze zwischen der nervösen Konstitution und der BlutarmutAnämie oder Chloranämie und Nervenschwäche besteht bei einem solchen Individuumeine große Vulnerabilität der Haut und der Schleimhäute, d. h. eine Neigung, untergeringfügigen Schädlichkeiten zu erkranken und langsam zur Norm zurückzukehren; sospricht der Mediziner von einer Disposition zur Skrophulose und zwar von dererethischen. Es ist einleuchtend, daß bei nervöser Konstitution, noch mehr bei Blut-armut und Nervenschwäche weitere Einflüsse, teils solche, welche die Thätigkeit derNerven stark in Anspruch nehmen, teils solche, welche die Ernährung beeinträchtigen,teils endlich peripherische Reizungen und Reizzustände durch ihre Einwirkung auf dasNervencentrum die Symptome der gesteigerten Nervenreizbarkeit in höherem Grade Her-vorrufen. Hierher gehört jede allzustarke oder ausgedehnte psychische Thätigkeit desEinzelnen beim Lernen; diese Reizungen wirken um so schädlicher, als sie den natürlichenrhythmischen Vorgang, welcher die volle Ernährung des Gehirns wiederherstellt, denSchlaf, stören; es ist bekannt, daß eine fortgesetzte psychische Reizung zu Gehirn-kongestionen, zu Entzündungen der Gehirnhäute, zu psychischen Störungen auf anämischeroder kongestiver Grundlage führen kann; alltäglich ist zu beobachten, wie die gestörteErnährung des psychischen Gehirns nach dem Ablauf der Periode gesteigerter psychischerThätigkeit bei gestörtem Schlafe zur Abnahme der psychischen Energie führt und dabeieine Verstimmung des Gemeingefühls je nach dem Charakter in Form großer Empfind-lichkeit und gemütlicher Herabstimmung ähnlich einem melancholischen Affekte oder aus-nehmender Heftigkeit, ähnlich einem maniakalischen Affekte, bei geringfügigen Anlässenhervortritt; allmählich wird der Affekt der psychischen Herabstimmung mit Verbitterungdes Gemüts ein stehender. Ein weiterer Anlaß zur Überreizung durch Anämie undunzureichende Ernährung liegt in den Perioden gesteigerter körperlicher Entwicklung.Von geringerer Bedeutung und von kurzer Dauer sind die psychischen Verstimmungen,welche ohne die besprochene Grundlage allein durch eine vorübergehende Überanstrengung,somit Erschöpfung der Nervenfunktionen, namentlich der psychischen, ferner diejenigen,welche durch peripherische Reize, namentlich im Magen und Darmkanale saureDyspepsie, Würmer, Stuhlverstopfung hervorgerufen werden.

Über den Zusammenhang der abnormen psychischen Reizbarkeit mit geschlechtlichenReizungen ist im ArtikelGeschlechtliche Verirrungen" gesprochen.

Endlich die Ursachen einer ungenügenden Ernährung liegen teils in wirklich nachArt und Menge unzulänglichen Nahrungsmitteln, teils und hauptsächlich in den zahl-reichen bei derkörperlichen Erziehung" erörterten Einflüssen, welche die Energie dervegetativen Vorgänge abschwächen.

Für den Erzieher ist die Hauptbedingung einer richtigen Behandlung der Zöglinge,welche in verschiedenem Grade die Erscheinungen habitueller, der Konstitution angehören-der oder eigentlich krankhafter nervöser, zunächst psychischer Reizbarkeit darbieten, dasVerständnis der materiellen Grundlage dieser Störungen; bei den höheren Graden hatder Erzieher zunächst keine andere Aufgabe zu erfüllen, als die leidenden Individuender ärztlichen Behandlung zuzuweisen und den Arzt bei den Eltern zu unterstützen,wenn diese sich seinen strengen Forderungen, namentlich dem Gebot, das Turnen füreinige Zeit zu unterbrechen, nicht fügen wollen.

Auch für die niederen Grade ist das Zusammenleben in einer öffentlichen Schuleoder einer geschloffenen Erziehungsanstalt nicht heilsam; der Verkehr mit den gesunden,mutwilligen Altersgenossen führt zu Reibungen und steigert leicht die Grämlichkeit oderEmpfindlichkeit; der Hauptgrund gegen die gemeinsame Schulbildung und Erziehung istaber das Erfordernis eines individuellen Plans für das Lernen, die Beschäftigung über-haupt und die ganze pädagogische Führung. Für das Maß der Ansprüche an dasLernen ist die individuelle Leistungsfähigkeit bestimmend; bei der Beschäftigung ist auf