Reisennterstützung.
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von Wiese (Verordnungen und Gesetze für die höheren Schulen 2. Ausl. II. BandS. 63) angeführt ist. Dasselbe wird verabreicht an „solche junge Männer, welche sichdurch grammatische und litterarhistorische Studien genügend vorbereitet und auch imSchreiben und Sprechen des Französischen eine solche Fertigkeit bereits erworben haben,daß zu erwarten ist, sie werden sich durch einen einjährigen Aufenthalt in Frankreichdiejenige feinere Ausbildung im Gebrauche der Sprache aneignen können, welche nurdort zu erlangen ist". Für Lehrer sind überdies wiederholt auf Antrag der Provinzial-behörden die Mittel zu wissenschaftlichen Reisen höheren Orts bewilligt, manchmal auchganz oder doch teilweise aus den Kaffen der einzelnen Anstalten hergegeben worden.
Noch ist aber eine andere Art von Reisen zu erwähnen, nämlich diejenigen, welcheLehrer, insbesondere erfahrene Schulmänner oder Mitglieder der Schulbehörden auspädagogischen Gründen von sich aus machen oder zu machen beauftragt werden.
Wir können diese Reisen im Gegensatz zu den wissenschaftlichen Reisen pädagogischenennen. Sie haben die Besichtigung des Schulbetriebs in fremden Landen zum Zweck.Zwar ist auch hierfür in der Litteratur einiger Ersatz geboten, namentlich in Programmen,in den statistischen Veröffentlichungen, in den Zusammenstellungen alles dessen, was sichauf die Schule im ganzen oder auf einzelne Unterrichtszweige bezieht, wie sie ja je undje von den Regierungen und Schulbehörden teils sonst, teils aus Veranlassung wich-tiger Ereignisse im Schulleben und einzelner Wendepunkte in demselben gemacht werden.Allein in mancher Beziehung empfiehlt es sich doch bisweilen, statt zu lesen, wie es daund dort gehalten wird, selbst zu gehen, selbst zu sehen und zu hören, wie die Verord-nungen wirken, wie sie Lehrer und Schüler durchdringen und ihre Thätigkeit regeln.Es ist so manches in der Schule, und manchmal gerade das beste, was sich nicht zuPapier bringen läßt, was gefühlt und erlebt sein muß, wenn es verstanden werden soll.Daher können solche Reisen wahre Fundgruben von Gewinn in Behandlung der Schülerund des Lehrstoffs werden und die gewonnenen Erfahrungen können meist sofort an-gewendet und verwertet werden. Aber auch um die Behandlung einzelner Lehrfächernäher kennen zu lernen, oder sich in Schuleinrichtungen, irgend einer Art, näheren Ein-blick zu verschaffen, sind solche Reisen sehr empfehlenswert. In der That machen auchdie Regierungen je und je Gebrauch davon, und gar nicht selten ist es, daß insbesondereSchweden, Norweger, Finnen, auch Russen, Dänen und Holländer, neuerdings sogarEngländer und Italiener, sich den Rektoren der größeren Gymnasien und Realschulenals Beauftragte ihrer heimischen Regierung vorstellen, das Schulwesen, namentlich dasMittelschulwesen Deutschlands näher kennen zu lernen. Bor dem deutsch-französischenKriege hatte man auch nicht gerade selten Franzosen gesehen. Gewöhnlich haben dieseMänner ihre Funde und Wahrnehmungen berichtlich ihren Regierungen mitzuteilen undnicht selten sind diese Berichte veröffentlicht und weiteren Kreisen zugänglich gemachtworden. So schrieb Confin: Vs I'instruotion publique äuns quslquss xu;s äs1'L.IIemagne, purtisulisrsmsnt sn Vrusss 1833. Vs I'instruetion publique suUollunäs 1837. Thiersch, Über den gegenwärtigen Zustand des öffentlichen Unterrichts1838. Eisenlohr, Über die Schullehrerbildungsanstalten Deutschlands 184V. Nagel,Über die Realschulen in Deutschland 1844. Dann die Berichte von Jngerslew, 1841,von Krannhals, 1864, Toren, 1865 und neuestens der große Bericht, welchen diebehufs „Reorganisation des Sekundärunterrichts in Schweden unter dem Vorsitz von„Sr. Excellenz Carl von Friesen niedergesetzte Kommission" unter dem 25. Aug. 1884an den König erstattet hat.
Es hat in dieser Beziehung noch immer Geltung, was die Redaktion schon in derersten Auflage aussprach. Je mehr Einsicht und Erfahrung ein Schulmann zu einersolchen Reise mitnimmt, und je besser er sich im voraus durch Benützung der litterarischenHilfsmittel über die betreffenden Schulgattungen, Unterrichtsfächer, schwebende Fragen,sowie über die fraglichen Länder, ihre Einrichtungen und Eigentümlichkeiten u. dergl.zu der Reise vorbereitet hat, desto mehr Gewinn wird er davon zurückbringen. Eingeübtes Auge macht interessante Beobachtungen, wo ein anderes nichts sieht. Jede