24 Reiseunterstiitzung.
6. Das große Aquariuni der Station steht den Inhabern der Arbeitstische gratiszur Besichtigung resp. zum Studium der Lebensgewohnheiten der Tiere offen.
6. Die Bibliothek ist jedem Inhaber der Arbeitstische in einem dicht an dieLaboratorien anstoßenden Raume zugänglich; auch steht es denselben frei, in einemeigens dazu eingerichteten Lesezimmer Excerpte oder Manuskripte auzufertigen.
i'. Die Laboratorien werden im Sommer um 7, im Winter uni 8 Uhr morgensgeöffnet. In besonderen Fällen können Verabredungen der Untersuchenden mit derStationsverwaltung eine andere Einrichtung ermöglichen, doch besteht keinerlei Verpflich-tung für das Personal, vor diesen Stunden die Laboratorien gereinigt zu halten.
Vom 20. Juni bis 20. August sind die Laboratorien geschlossen.
Z. Es steht den Inhabern der Arbeitstische frei, die Boote der Station bei demFischen zu begleiten und sich persönlich daran zu beteiligen, sowie die Handhabung derdabei zur Anwendung kommenden Instrumente sich lehren zu lassen.
I>. Beschädigungen von Utensilien und Instrumenten trägt, wenn ihr von einund demselben Gelehrten verursachter Gesamtbetrag nicht 20 Frank überschreitet, dieStation. Die Überschreitungssumme fällt dem Beschädiger zur Deckung zur Last.
§ II. Die . . . Regierung verpflichtet sich, dem I)r. A. Dohrn für die Zeit vomJahr 18 . . bis zum Jahr 18 . . für den Arbeitstisch 1500 Mk. pro Jahr und zwarpränumerando zu zahlen.
Die einzelnen Tische können von den Regierungen, die sie gemietet haben, auchaneinander abgetreten werden, wenn eine Regierung eine Zeit lang gerade keinen Kan-didaten daselbst hat. —
Diese zwei Einrichtungen, das archäologische Institut in Rom bezw. in Athen, unddie zoologische Station in Neapel dürfen als mustergültige Anstalten betrachtet werden,wenn es gilt, der deutschen Wissenschaft nutzbar zu machen, was fremde Länder, oderwas das Meer an wissenschaftlichem Material birgt. Es ist deshalb auch des näherenauf dieselben eingegangen worden, teils um die Bekanntschaft mit ihnen weiter zu ver-breiten und dadurch ihrer Benützung Vorschub zu leisten, teils aber auch in der Hoff-nung, es möchte der durch sie gegebene Vorgang anregend für andere Gebiete wirken.Insbesondere würde es wohl einem oft gefühlten Bedürfnis entsprechen, wenn für dieErlernung der lebenden Sprachen ähnliche Einrichtungen getroffen werden könnten.Es ist anzunehmen, daß dadurch die wissenschaftlichen Reisen angehender Lehrer einenviel größeren Nutzen haben würden. Vielleicht wäre das Reich in der Lage, durchZuteilung eines geeigneten Gelehrten an die Gesandtschaften in Paris, London, Romdas Nötige vorzusehen.
Fragt man nach den Mitteln, welche eine wissenschaftliche Reise erfordert, undnach der Art, wie dieselben beschafft werden, so ist klar, daß es zunächst Sache desbetreffenden Lehrers sein muß, selbst für dieselben aufzukommen; denn er macht sich da-durch zur Übernahme höherer Lehrstellen um so tüchtiger, je größer der Erfolg ist, dener von seiner Reise davonträgt. In dieser Beziehung muß die Reise als eine Fort-setzung seiner Studienzeit angesehen werden. Andererseits aber ist es auch die Aufgabedes Staats, unter Umständen auch anderer Körperschaften, denen die Pflege, nament-lich des höheren Schulwesens, anvertraut ist, für die vollkommene Ausbildung besondersder tüchtigsten Kandidaten zu sorgen. Es wird sich daher der Staat, unter Umständeneine Gemeinde, wo die Unterhaltung der Schule ihr obliegt, der Beteiligung an denKosten einer solchen Reise nicht entziehen können. Diese Rücksicht ist wirklich in denletzten Jahrzehnten immer mehr und deutlicher gefühlt worden, und es haben sich auchverschiedene deutsche Regierungen bewogen gefunden, aus Gründen allgemeiner Fürsorgein den Voranschlag ihres Haushalts größere oder kleinere Posten für diesen Zweck ein-zustellen.
Insbesondere ist hier die bayerische Regierung in wirklich freigebiger und dankens-werter Weise vorgegangen. Ich verdanke die näheren Angaben darüber dem Herrn