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7,1 (1886) Reinlichkeit - Schiller
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Reisen.

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Beschlag gelegt. Was etwa trotzdem auch in der Landschule für unfern Zweck geschehenkönnte, hängt zu sehr von der Gunst besonderer persönlicher und sachlicher Umstände ab,als daß sich darüber etwas Bestimmtes sagen ließe. Wie sehr wir anch der Jugendunserer Landvolksschule die Erweiterung der Anschauung gönnten, die ihr durch ein je-weiliges Versetztwerden in andere Gegenden und Verhältnisse zu teil würde, wir müssenuns bei ihr nun einmal auf das Notwendige beschränken. Daß übrigens ein Tages-ausflug auch für Landvolksschüler nichts Unmögliches ist, beweist das Beispiel von mehrerenKantonen der Schweiz. St. Gallen, Thurgau, Zürich, Luzern senden jährlich fast ausjedem Dorfe ihre Knaben in Begleitung der Lehrer auf einen Tag hinaus ins Land.In manchen Gegenden Württembergs genießen die Neukonfirmierten das Privilegiumeines Ausflugs zur Erholung am Tage nach der Konfirmation. Ist der sie führendeLehrer der rechte Mann dazu, oder was noch passender nimmt der Pastor sichseiner Schäflein selber an, so werden auch solche Tage oder wenigstens Nachmittage lieb-lich, wenn es sich dabei gleich weniger um die sonst auf der Reise zu gewinnenden Vor-teile, sondern mehr um eine kindlich gemütliche Nachfeier des kirchlichen Aktes undum eine angemessene Hinüberleitung der jungen Kirchengenossen aus der Spannung undErhebung des Gemüts in das christliche Alltagsleben handelt. Dem Unterzeichnetensind diese Montagsausflüge mit seinen neukonfirmierten Zöglingen, oder Nachmittage,welche er also uachfeiernd mit solchen Kindern von Landgemeinden im neu ergrünendenWald oder Wiesenthale unter Gesang, Erzählung, auch wohl einem harmlosen Jugend-spiele hinbrachte, noch in lieblicher Erinnerung. Fehlt aber die verständige, liebendeFührung, dann können diese Konsirmiertenausflüge auch eine bedenkliche Gestalt an-uehmeu und den kaum empfangenen Segen der Handaufleguug von den jungen Häupternwieder abstreifen.

Dieser Ungunst der Verhältnisse in der Volksschule gegenüber steht jene Gunst derUmstände, wo der Jüngling zur Vollendung seiner gesamten Ausbildung auf Reisengehen und durch Anschauung fremder Länder und Völker, ihrer Sitten und Gebräuche,ihrer politischen, kirchlichen, gewerblichen Einrichtungen, durch Benützung ihrer wissen-schaftlichen oder künstlerischen Sammlungen und Anstalten gleichsam den letzten Schlifferlangen kann. Die Stipendien und Staatsunterstützungen, welche für tüchtige jungeMänner, Theologen, Künstler, Industrielle zu wissenschaftlichen, Kunst- und Gewerbs-reisen gereicht werden, beweisen, wie auch Staat und Kirche den Wert des Reifens fürihre reifere Jugend zu schätzen wissen. Württemberg z. B. läßt seit langem jährlicheinige von seinen jungen Theologen auf wissenschaftliche Reisen gehen und fördert soeine Erweiterung des Erkeuntniskreises und eine Vertiefung des wissenschaftlichen Ver-ständnisses bei den künftigen Dienern der Kirche, die dem Vaterlande gewiß schon reich-lich zu gute gekommen ist; und unsere jungen Theologen sind schon geraume Zeit nichtmehr die einzigen, welche dieses Vorteils genießen. Von solchen Reisestipendien abgesehen,die auch weniger bemittelten jungen Männern einen Flug in die Welt hinaus möglichmachen, wird freilich diese Krone einer die Jugendbildung abschließenden wissenschaft-lichen oder Kunstreise immer nur ein Vorzug der höheren und begüterteren Stände bleiben.So gut, wie es z. B. den Zöglingen Karl Ritters geworden ist, daß sie von Frank-furt aus unter den Augen und der Führung eines so tüchtigen Mentors bald in denThüringer Wald, bald den Rhein hinauf oder hinab, bald in die Schweiz wandern,sich am Schlüsse ihrer Gymnasialzeit auf Monate (K. Ritters Leben von KramerS. 269 :c.) in den Schoß des herrlichen Schweizerlandes setzen, den Umgang mit denfeinst gebildeten Menschen zu Genf wie mit der großartig schönen Natur am Fuße desMontblanc behaglich genießen, endlich noch die Alpen übersteigen und diesseits und jen-seits den Sinn für Großes und Schönes weiter nähren konnten, so gut wird es freilichnur wenigen Menschenkindern.

Die Vorteile, welche pädagogische Reisen der Jugend gewähren können, sind nach