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Mädchenerzichiiiig.
vollste Bestätigung desselben, denn die Pflicht der Diakonissen war eben die, dasHaus, wo es fehlte, oder wo es die rechte Energie nicht entfaltete, zu ersetzen. Undein Weiteres wird die weibliche Thätigkeit niemals anstreben dürfen und können. Jaes ist im Rückblick auf jene Zustände der Urkirche sehr die Frage, ob das Princip derFrauenvereine für Zwecke dieser Art überhaupt ein zulässiges ist. Solche Vereine, wennsie, wie es zuweilen geschieht, eine Art von Selbständigkeit in Anspruch nehmen, ge-rathen sofort in mancherlei Widersprüche mit dem Leben und entfalten dann auch leichtdie mancherlei sittlichen Gebrechen, welche alle ungesunden Lebensformen begleiten. Ohnemännliche Leitung und ohne geordnete Beziehung zu den bürgerlichen und kirchlichenGemeindeämtern bleibt ihr Wirken doch immer mehr oder weniger ein zufälliges undführt die Mädchen und Frauen, die daran Theil nehmen, leicht zu einer ganz unrich-tigen Auffassung ihrer Lebensstellung. Ucberhaupt dürfen wir diese Uebergangsformen,welche eine Zeit, die nach der Organisation der Gemeinde strebt, sich geschaffen hat,nicht überschätzen und in ihnen nicht die gültigen Normen der Zukunft suchen. In denorganisirten und von dem christlichen Geiste belebten Gemeinden werden sich sofort dieseStrebungen in die rechte Bahn lenken. Die Privatwohlthätigkeit wird dann in orga-nische Beziehung zur öffentlichen Wohlthätigkeit der Gemeinde treten, und die letzterewird, wie ja auch dazu schon der Anfang gemacht worden, die nöthigen Organe fürihre Thätigkeit sich heranbilden und in ihren Dienst nehmen. Dann werden auch dieweiblichen Kräfte nicht entbehrt werden können, aber dieser Gemeindedienst der Frauenwird immer nur darauf gerichtet sein können, im Aufträge der Gemeinde den Segender christlichen Häuslichkeit an diejenigen zu bringen, welche denselben entbehren. Unddiese Bedeutung soll eben jedes Berufsgeschäft, welchem ein Frauenzimmer sich widmet,haben; es soll in nächster Beziehung zu dem weiblichen Berufe über-haupt stehen. Alle Vorbereitung auf solche besondere Berufsthätigkeit kann demgemäß,wie Betty Gleim (Erziehung und Unterricht des weiblichen Geschlechts S. 1«6) schonvor länger als fünfzig Jahren mit Nachdruck hervorgehoben hat, nur darin bestehen,daß das Mädchen irgend eine Seite des allgemeinen weiblichen Berufes zur Virtuositätausbilde. Die weiblichen Berufsarten, welche diese Schriftstellerin danach als möglichund zuläßig erachtet, sind folgende: der Beruf der Erzieherin, Lehrerin, Kin-derwärterin, Krankenwärterin, Hebamme und Haushälterin und allediese Tätigkeiten können ebenso wohl in Privathäusern als in öffentlichen Erziehungs-und Wohlthätigkeits-Anstalten geübt werden. Es ließe sich die Zahl dieser Berufsartenwohl noch vermehren, und namentlich die Lebensstellung der eigentlichen Gesell-schafterin in würdigerer Weise auffassen, als dies größtentheils geschieht. Auch da-gegen, daß weibliche Personen als Verkäuferinnen in geschlossenen Kaufläden fungiren,läßt sich nichts erhebliches einwenden, aber unsittlich und daher an manchen Ortenpolizeilich mit Recht verboten ist die Bedienung der Gäste in großstädtischen oderfeineren Bierlocalen, Conditoreien, Weinstuben rc. durch Mädchen, nicht darum, weildie Bedienung selbst etwas herabwürdigendes wäre, diese ist z. B. in dem schlichtenGasthause recht eigentlich die Sache der Magd, sondern darum, weil die Bedienung injenen Localen nur ein Prätext ist, um Gäste anzulocken. Auch wo es nicht gerade Ge-meinheit ist, welche zu dieser Lüge greift, bleibt es unzart, ein weibliches Wesen, welchesBildung in Anspruch nimmt, zum geringfügigen Magddienste herabgewürdigt und dermannigfachsten Berührung mit fremden und oft ungezügelten Männern ausgesetzt zusehen. Der höhere Anstand dieser Häuser charakterisirt sich daher immer durch männ-liche Bedienung, lieber die Befähigung des Weibes zur Privatlehrerin ist niemalsgestritten worden, desto mehr über die zur öffentlichen Lehrtätigkeit. Die Gegenwarturtheilt im allgemeinen günstiger darüber, als dies früher geschah. An der intellectuellenBefähigung wird niemand zweifeln wollen, aber die sittliche und physische unterliegtmanchem Bedenken, namentlich da, wo sehr gefüllte Elasten eine Kraftanstrengung fordern,welche der Weiblichkeit leicht Eintrag thun und die Gesundheit untergraben kann.Jedenfalls wird in der Mädchenschule das weibliche Element des erziehenden Einflusses