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4 (1881) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Luther.

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werden. Der erste Haufen sollte lesen lernen der Kinder Handbüchlein, darin dasAlphabet, Vater Unser und der Glauben; darauf solle man zum Donat und Catoübergehen und daneben täglich Schreibübung halten Dem zweiten Haufen fällt vor-zugsweise die Orammatiou zu mit M^moluZia, 8^ntsxi8, Vrosoäis, Alle Tage sollNachmittags die erste Stunve Llusioa geübt werden. Ausgelegt werden kadulas ^ssoxi,UasäoloKia NosoUani, auserwählte OoUoguia Lrasmi, später Nsrsntius und etliche la-bnlas klauti, die rein sind. Auf Auswendiglernen von Sentenzen wird besondererWerth gelegt. Ueber die Grammatik heißt es: »Denn kein größerer Schaden allenKünsten mag zugefügt werden, denn wo die Jugend nicht wohl geübet wird in derUrammatioa". In den dritten Haufen sollen die geschicktesten ausgewählt werden. DieMusik wird hier ebenfalls täglich geübt. Gelesen werden Virgil, Ovid's Metamor-phosen, von Cicero äs ottloüs oder die spistolas tamiliai-ss. Aus der Grammatikwerden die llZuras ssrmonis erläutert. Ist die Grammatik genugsam geübet, so folgtvialsotios. und Lllstorioa. Von den Schülern des zweiten und dritten Haufens sollalle Wochen einmal Schrift, als Episteln oder Verse gefordert werden. »Denn dieselbellebung (der Verse) ist sehr fruchtbar, andere Schrift zu verstehen, machet auch dieKnaben reich an Worten und zu vielen Sachen geschickt."Es sollen auch die Knabendazu augehalten werden, daß sie Lateinisch reden, und die Schulmeister sollen selbst, soviel möglich, nichts denn Lateinisch mit den Knaben reden, dadurch sie auch zu solcherUebung gewöhnet und gereizet werden." Ueber die christliche Unterweisung und denUmfang derselben in Bezug auf Katechismus und Bibel haben wir bereits oben dieBestimmungen des Schulplanes angeführt.

Für den großen Werth, der hier der Grammatik beigelegt wird, spricht sichLuther auch sonst mit Nachdruck aus. Aber bei aller Anerkennung derselben hielt erdoch auch viel auf das Erlernen der Sprachen durch Uebung. Wie inan das Deutscheaus der mündlichen Rede im Hause, auf dem Markte und in der Predigt besser, alsaus Büchern erlerne, so würden auch die Sprachen, welche die allergewißesten Regelnhaben, als die lateinische und griechische Sprache, vielmehr aus Uebung und Gewohn-heit, als aus Regeln erlernt. Auch warnte er davor, das Wortverständnis, wie esdurch Hülfe der Grammatik gewonnen werde, nickt zu überschätzen, da die Erkenntnisder Worte nichts helfe, sobald Erkenntnis der Sachen fehle. Dagegen werde derWvrtverstand oder die Grammatik leicht, wenn man »den Handel" recht verstehe.Dabei erinnert er an Horatius (art. post. 311) vorbagus xrovisam rom non iuvitassgusntur.

Ueber die Dialektik und Rhetorik, die mit dem dritten Haufen getriebenwerden sollten, spricht er öfters in den Tischreden, »Dialectica ist nur ein Instrumentund Werkzeug, dadurch wir fein richtig und ordentlich lehren, was wir wissen und

verstehen.-Dialectica giebt nicht die Materie, davon man reden oder lehren will,

sondern lehret nur, wie man fein ordentlich, eigentlich und richtig, kurz und einfältig

davon lehren und reden soll.-Sie weiset fein den Weg, woher man's nehmen,

und was recht oder unrecht, eigentlich und gewiß, erkennen und richten oder urtheilensoll. Dialectica lehret, Rhetorica moviret und bewegt: diese gehört zum Willen, jene

zum Verstände.-Die fürnehmste Frucht und Nutzen der Dialectica ist, ein Ding

fein rund, kurz und eigentlich definiren und beschreiben, was es gewiß ist u. s. w."

Ein unmittelbar von Luther herrührender Schulplan ist nicht mehr vorhanden.In einem Briefe an Spalatin vom I. 1521 hatte er die Forderung, einen Schul-plan auszuarbeiten, mit den Worten abgelehnt: suxrs, moas virss est, guoä xotis,ut g^muasü olrristiavi torwam unus xrassoribam. Drei Jahre später schickte ergleichwohl an Spalatin einen Schulplan. »Ich schicke dir, schreibt er, einen Schulplan,um ihn dem Kurfürsten vorzulegen; wiewohl ich keinen großen Erfolg erwarte, muß esdoch in des Herrn Namen versucht werden." Aus einem Briefe, in welchen: Melanchthonan Camerarius über das Visitationsbüchlein schreibt: viäss, uikit s-Iiuä ms sorix-

sisss, guam guoä passim iraäiäit Dutlrsruv, schließt Raumer, daß Melanchthon's