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Luther.
Plan mit dem Luther'schen sehr übereinstimmte. Man darf überhaupt wohl annehmen,daß Luther bei Approbation des sächsischen Schnlplanes auch etwa abweichende An-sichten denen des Melanchthon, die er in Schulsachen mit Recht hoch hielt, untervrdnete.
In der Schrift an die Bürgermeister und Rathsherren schärfte es Luther besonderseindringlich ein, daß es Pflicht der Obrigkeit sei, für die Schule zu sorgen.»Liebe Herren, schreibt er, muß man jährlich so viel wenden an Büchsen, Wege, Stege,Dämme und dergleichen unzählige Stücke mehr, damit eine Stadt zeitlichen Friedenund Gemach habe; warum sollte man nicht vielmehr doch auch so viel wenden an diedürftige arme Jugend, daß man einen geschickten Mann oder zween hielte zu Schul-meistern." Einer Stadt Gedeihen, führt er weiter aus, liege nicht darin, daß mangroße Schätze sammele, feste Mauern, schöne Häuser, viele Büchsen und Harnisch zeuge,sondern allein darin, daß sie viel freier, gelehrter, vernünftiger, ehrbarer, wohlerzogenerBürger habe. Es sei Schuld der Obrigkeit, daß es jetzt so dünne sehe von geschicktenLeuten, da sie das junge Volk habe aufwachsen lassen, wie das Holz im Walde wüchset,und nicht zugesehen, wie inan es lehre und aufziehc. »Soll inan denn zulassen, daßeitel Nülpen und Knebel regieren, so man's wohl bessern kann?" In dem Sermon, daßman die Kinder zur Schule halten solle, spricht er der Obrigkeit die Pflicht zu, dieUnterthanen zu zwingen, daß sie ihre Kinder zur Schule bringen. »Denn sie ist, sagter, wahrlich schuldig, die obgesagten Aemter und Stände zu erhalten, daß Prediger,Juristen, Pfarrherrn, Schreiber, Aerzte, Schulmeister und dergleichen bleiben; dennman kann deren nicht entbehren. Kann sie die Unterthanen zwingen, so da tüchtig dazusind, daß sie müßen Spieß und Büchsen tragen, auf die Mauern laufen und anderesthun, wenn man kriegen soll; wie viel mehr kann und soll sie die Unterthanen zwingen,daß sie ihre Kinder zur Schule halten, weil hier wohl ein ärgerer Krieg vorhanden istmit dem leidigen Teufel." Die Armen, so zum StudireN geschickt, sollten durch Kirchen-güter gefördert werden, aus denen Stipendien gestiftet werden sollten, »daß nur jeglicheStadt ein oder zween Studenten hätte." Er wies nach, wie geistliches und weltlichesRegiment nicht durch Fäuste und Harnische, sondern nur durch Köpfe und Bücher er-halten werde, und wollte durch das Lob, mit den: er die Unentbehrlichkeit, Verdienstlich-keit und hohe Ehre der gelehrten Stände preist und rühmt, locken und reizen, daß dieEltern ihre Kinder sollten Prediger, Juristen, Schreiber, Aerzte und Schulmeister werdenlassen. »Kehre dich nicht daran, schreibt er, daß jetzt der gemeine Geizwanst dieKunst so hoch veracht und spreche: Ja, wenn mein Sohn deutsch schreiben, lesen undrechnen kann, so kann er genug, ich will ihn zum Kaufmann thun; sie sollen in Kürzeso kirre werden, daß sie einen Gelehrten gern aus der Erden zehen Ellen tief mit denFingern grüben." »Darum laß deinen Sohn getrost studiren, und sollte er auch die-weil nach Brod gehen, so giebst du unserm Herrn Gott ein feines Hölzlein, da er direinen Herren aus schnitzen kann. Es wird doch dabei bleiben, daß dein und inein Sohn,das ist, gemeiner Leute Kinder, werden die Welt müßen regieren, beide im geistlichenund weltlichen Stande." Besonders rühmt er von den weltlichen Ständen die Juristenals diejenigen Personen, die das Recht und dadurch das weltliche Reich erhalten, daßman einen frommen Juristen und treuen Gelehrten im weltlichen Reich des Kaiserswohl einen Propheten, Priester, Engel und Heiland heißen möchte, so daß er selbsteines treuen, frommen Juristen und Schreibers Werk nehmen wollte vor aller Pfaffen,Mönche und Nonnen Heiligkeit. Insbesondere vertheidigt er die Ehre dieser Aemtergegen die Edelleute, die auf ein Schreiberamt und die Feder mit Geringschätzung herab-sehen und es für eine höhere und verdienstlichere Arbeit hielten, im Harnisch zu reiten.Er erinnerte dabei an einen Ansspruch des Kaisers Maximilian, daß er wohl Ritter,aber nicht Doctoren machen könne, sowie an das Wort eines feinen Edelmanns: »Ichwill meinen Sohn studiren lassen, es ist nicht große Kunst, zwei Beine über ein Pferdzu hängen und Reiter zu werden, das hat er nur bald gelernt." Dabei verwahrte ersich, als ob er solches sage zur Verachtung des reisigen Standes, da es viele feine undfromme Edelleute gegeben habe, wie Graf Georg von Werthheim, Hans von Schwarz-