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4 (1881) Kirche - Muttersprache
Entstehung
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Luther.

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in ein feines Tuch, der setzet sich viel fester darein, denn so er in ein grob und rauhTuch gekommen wäre. Hiefür beruft er sich auf die Erfahrung, die schon die Heidengemacht haben, unter Anführung der Worte des Horatius: 6mo somsl sst imdutarsosns sorvabit ockorom losts, ckin und der Stelle aus Juvenal: Nnxiina cksbsturxnsro rsverontia. Mit gewichtigen Worten aber erinnert er vor allem an den Aus-spruch des Herrn:Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben,dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde und er ersäufetwürde im Meer, da es am tiefsten ist", und führt aus, wie die hier angedrohte Strafegenugsam beweise, wie groß die Sünde eines den Kindern gegebenen Aergernisscs sei,da Gott selbst auf den Todtschlag keine leibliche größere Strafe gesetzt habe.

Luther klagt bitter, daß die Ellern ihre Pflicht nicht in der rechten Weise er-füllen. Niemand sei, der seine Kinder lasse recht beten und sie lehre die Stücke, so zurSeligkeit gehören. Er vergleicht solche Menschen, die ihre Kinder nicht lehren undunterweisen, mit den Thieren, die ihre eigenen Jungen fressen und verderben ihreeigenen Früchte. Von dieser Vernachlässigung der Kinderzucht komme es allein her,daß so ungezogen und wild Volk unter den Deutschen und Christen ist, dergleichenman keine in der Welt findet. Insbesondere straft er die Gleichgültigkeit, mit der dieSchulbildung vernachläßigt wird. Niemand will Kinder anders erziehen, denn aufWitz und Kunst zur Nahrung. Der gemeine Mann denkt nicht, daß er Gott und derWelt schuldig, so er einen geschickten Sohn hat, ihn in die Schule zu thun undstudiren zu lassen.Mein lieber Geselle, ruft Luther, hast Du ein Kind, das zurLehre geschickt ist, so bist Du nicht frei, daSselbige aufzuziehen, wie Dich's gelüstet, stehetauch nicht in deinem Willküre, damit zu fahren, wie Du willt, Du bist Gott schuldig,seine beide Regiment zu fördern. Gott bedarf eines Pfarrherrs, Predigers, Schulmeistersin seinem geistlichen Reich, und du kannst ihm denselbigen geben und thust es nicht:siehe, da raubest du nicht einen Rock den Armen, sondern viel tausend Seelen aus demReich Gottes und stoßest sie in die Hölle, so viel an dir ist: denn du nimmst diePerson weg, die dazu tüchtig wäre, solchen Seelen zu helfen." Da die Eltern selbstnichts gelernt hatten und die Rathsherrn in den Städten die Schulen zergehen ließen,hatte die Jugend niemand, der für sie sorgete. Mit heiligem Eifer wandte sich daherder Reformator der Aufbesserung der Schulen zu, in denen er Pflanzgärtleinfür die Kirche ebenso wie für alles sittliche Wesen im menschlichen Leben sah und die erfür das unentbehrlichste Mittel erkannte,beide Regiment Gottes", das geistliche wie dasweltliche, zu fördern.

Um Luther's tief eingreifende Wirksamkeit auf diesem Gebiete einigermaßen wür-digen zn können, bedarf es eines kurzen historischen Rückblickes. Der Gedanke einerchristlichen Volksbildung hatte schon einmal in Karl d. Gr. einen kräftigen Träger ge-funden. Kam es damals auch nicht zur Gründung eigentlicher Volksschulen, so ent-standen doch in den Dom- und Klosterschulen Anstalten zur Vorbereitung guter Geist-lichen. Die Grammatik wurde am Lateinischen gelehrt, die Musik für die Zwecke desGottesdienstes geübt. Neben dem Glauben und dein Gebete des Herrn wurden ineinzelnen dieser Schulen die 7 freien Künste im kirchlichen Geiste betrieben. Aber in:13. Jahrhundert waren alle diese Schulen in tiefen Verfall gerathen. Wohl hattendamals auch einzelne Städte ihre Schulen, die unter geistlicher Aufsicht standen, entwederlateinische Schulen zur Vorbereitung für den Priesterstand oder sog. Schreibschulen, indenen Deutsch gelehrt wurde. Wie es aber in allen diesen Schulen aussah, erfährtman am besten, wenn man die Klagen Luther's über die Beschaffenheit derselben hört.Ja, was hat man gelernt in hohen Schulen und Klöstern bisher, denn nur Esel,Klötze und Blöcke werden? Zwanzig, vierzig Jahre hat Einer gelernet und hat dochweder Lateinisch noch Deutsch gewußt. Ich schweige das schändliche, lästerliche Leben,darinnen die edle Jugend so jämmerlich verderbet ist." Er bezeugt aus eigener Er-fahrung, daß die arme Jugend wie in der Hölle und im Fegfeuer gemartert wordenseiüber den vasnalibns und rsmxoraiibus" und daß ein Knabe zwanzig oder dreißig

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