Luther.
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Bereits I52N hatte Luther seine Schrift an den christlichen Adel deutscher Nationherausgegeben und in derselben die Verbesserung der deutschen Universitäten dringendempfohlen. In demselben Jahre war seine „Kurtzc Form die zehen Gebote, Glaubenund Vater Unser zu betrachten" erschienen. 1521 begann er die Übersetzung derheiligen Schrift. Im I. 152-1 verfaßte Luther das berühmte Schreiben an dieRathsherrn aller Städte Deutschlands, daß sie christliche Schulen aufrichten und haltensollten. Im I. 1530 erschien die Predigt, daß man die Kinder zur Schule haltensolle. Wenn auch Luther später bis zu seinem Tode die Aufgabe des Unterrichtes undder christlichen Erziehung nicht weiter in besonderen Schriften darlegte, so enthaltendoch auch seine ans verschiedenen Zeiten herrührenden Predigten, Bibelauslegungen,Tischreden und Briefe so viele hierauf bezügliche Aussprüche, daß man erkennt, wie erwährend seiner ganzen Wirksamkeit die Reformation der Kirche in innigem Zusammen-hänge mit der Verbesserung der Kinderzucht und des Unterrichtes auffaßte.
Es ist schwer, die Fülle überall ausgestreuter inhaltsvoller Bemerkungen überchristliche Kinderzucht, die alle von der tiefsten Kenntnis des menschlichen Herzensund von der klarsten Einsicht in die Noth und die Bedürfnisse des Volkes zeugten, in'sKurze zusammenzufassen. Man möchte den großen Mann am liebsten überall selbstreden lassen, wie es K. v. Raumer in der Geschichte der Pädagogik gethan hat.Luther erkannte es tief, daß alle Nothstände in der Christenheit daher kommen, daßsich niemand der Jugend annimmt. »Soll es wieder in einen guten Schwang kommen,so muß es wahrlich an den Kindern angefangen sein." Festgegrüudet im Worte Gottesführte er seine Ermahnungen überall ans die heilige Schrift zurück und holte von dortder rechten Kinderzucht Exempel. Gegenüber der römischen Werkheiligkeit, die sich durchMönchsleben und Klosterübungen, durch Fasten und Kasteiungen den Himmel verdienenwollte, wies er mit Nachdruck darauf hin, daß es die höchsten und besten, Gott wohl-gefälligsten Werke seien, die man an den Kindern thut, an denen man Himmel undHölle verdienen könne. Das sind die Hungrigen, Durstigen, Nackenden, Gefangenen,Kranken, Fremdlinge, von denen der Herr spricht bei Matthäus 25, 35. 36. Ererinnerte an Abraham, an dem Gott zeigt, daß die Strafe, die er über Sodom ver-hängen wollte, ihm nütze sein würde, seine Kinder in der Furcht Gottes aufzuziehen(>. Mos. 18, 19), an Sarah und Rebecca, die die vortrefflichsten Hausmütter gewesen,an Jouadab, der herrlich gelobt wird in seinen Kindern, darum daß er sie frommund gottselig auferzogen hatte, an Tobias, Snsanna u. a., die also erzogen wurden.Wiederum hob er hervor, was Eli verdient habe, daß er seine Kinder übel zog, wiegeschrieben steht im 1. Buch Sam. 3, 13. In König Salomon, der unter seinenköniglichen Geschäften das Buch L'rovsrbiornin für das junge Volk gemacht, sah erein Exempel für alle Könige und Herren, daß sie sich auch der Jugend annehmensollten. Aber als das höchste Vorbild stellte er Christum selbst hin, der die Kinderzu sich kommen läßt und sie uns befiehlt, indem er die Engel rühmt, die ihrer warten,der nicht bloß lehret, ein wie großer Dienst es ist, so man das junge Volk wohl ziehet,sondern der auch greulich zürnt, so man sie ärgert und verderben läßt.
Der Ehestand, der durch die Reformation zu Ehren kam und den Luther nichtgenug rühmen und preisen kann, hat als die liebreichste und beste Arbeit, daß mandie Kinder, die uns Gott giebt, versorget und auferziehet. Er ist ein heiliger Stand,und jeder Vater soll ein Pfarrherr und Bischof seines Hauses sein. »Ein Hausvater,der sein Haus in Gottesfurcht regieret, seine Kindlein und Gesinde zu Gottesfurchtund Erkenntnis, zu Zucht und Ehrbarkeit ziehet, der ist in einem seligen, heiligenStande. Also eine Frau, die der Kinder wartet mit Essen, Trinken geben, Wischen,Baden, die darf nach keinem heiligeren, gottseligeren Stand fragen. Was kann dochin der Gemeinde Gottes besseres und nützercs gelehrt werden, denn das Exempel einergottseligen Hausmutter, die da betet, seufzet, schreiet, Gott danket, das Haus regieret,thut was das Amt eines frommen Weibes mitbringet, begehret, daß sie möge Kinderhaben mit großer Keuschheit, Dankbarkeit und Gottseligkeit? Was sollte sie mehr