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dagogischvn Seininare zweckmäßiger eingerichtet werden sollen. Obgleich nun das Alten-steinische Ministerium in dieser Weise dem durch Lorinser erregten Streite gegenübermit vieler Einsicht und Würde sich benahm, so war das blaue Buch doch nicht imStande, die einmal aufgewühlten Fluten des Streites zu beruhigen. Schon nach oben
ihrer Erholung, wie zu ihrer freien Privatbeschäftigung hinreichende Muße übrig behalten. —Punct 6 handelt von den Versetzungen, welche nur alljährlich stattfinden sollen; wo halb-jährliche Aufnahme und Versetzung herkömmlich ist, wird sie nur unter bedeutenden Beschrän-kungen einstweilen noch geduldet. Nur in den 8 oberen Elasten mit zweijährigem Kursus ist eineVersetzung vor Ablauf von 2 Jahren zuläßig, weil hier die Entwicklung der Schüler schon soweit gediehen ist, daß ihnen ohne Gefahr die Möglichkeit eröffnet werden kann, durch erhöhtenFleiß auch in einem kürzeren Zeiträume das Bildungsziel ihrer Elaste zu erreichen. — Punct 7bespricht die Abiturientenprüfungen und weist nach, daß etwaige übertriebene Anforderungenan die Schüler und ihre Folgen in grellem Widerspruche mit dem Geiste und den einzelnen Be-stimmungen des Reglements stehen; nur der Ueberzeugung von der Gesammtbildung des Geprüften,der durch längere Beobachtung begründeten Kenntnis der Lehrer von feinem ganzen wissenschaft-lichen Standpunkte und dem Gesammteindruck, den seine Prüfung gemacht, sei ein entscheidendesGewicht beigelegt. Durch die Bedingung des zweijährigen Aufenthalts in Prima sei die erforder-liche Zeit gesichert, so daß sich die Schüler, statt durch ein hastig zusammengerafftes Wissen ver-wirrt zu werden, sicher und gründlich vvrgebildct, mit frischer Kraft, mit freudigem Muthe undmit freier Umsicht zur letzten Prüfung stellen können Für die Art der Prüfung soll kein andererMaßstab zur Anwendung kommen, als der, welcher dein Unterricht in der ersten Elaste und demUrtheil der Lehrer über die Leistungen derselben zum Grunde liege. Falscher Anwendung dieserBestimmungen habe der Kgl. Prüfungscommissär cntgegenzutreten. — Punct 8: Den wundenFleck der Gymnasien finden mehrere sachverständige Stimmen in der verkehrten Methode. ImElenicntarschulwesen werde ein Stand von Lehrern gebildet, die wegen ihrer pädagogischen Ge-wandtheit und ihres Geschicks, große Massen zu beleben, in ihrem Kreise sich als Meister zeigen,während sehr viele und besonders die jüngeren Gymnasiallehrer das Studium der Pädagogik nichtgehörig beachten, die schwere Kunst des Unterrichtens vernachläßigen und die erfreulichen Fort-schritte der Elementarschule entweder gar nicht kennen oder doch nicht benutzen. Solche Lehrerüberhäufen aus falscher Gründlichkeit ihre Schüler mit einer erstickenden Maste materiellen Wissens,setzen in Neberschätzung ihres Lehrfachs das Verhältnis desselben zum Gesammtzwecke aus denAugen und lasten, indem sic die Lehrweise der Universttätsprofestoren nachahmen, in ihrem Vortragdie belebende Frische und Regsamkeit, sowie das Geschick vermissen, sich dem jugendlichen Geisteanzuschließen, seine Bedürfnisse und Kräfte richtig zu würdigen und eine größere Masse von Schü-lern zu durchdringen und zu beseelen. Anstatt dann den Grund des wenig befriedigenden Erfolgesin sich zu suchen, beschweren sie sich über die geistige Stumpfheit, Gleichgültigkeit und Starrheitihrer Schüler. Das Ministerium könne diese Anklagen weder widerlegen noch bestätigen, halte sieaber den Lehrern in ihrer ganzen Herbheit vor, damit jeder unter ihnen sich selbst prüfe, obund wie weit diese Vorwürfe auch ihn treffen. Mit der Erkenntnis von der Natur des Nebelswerde auch schon der erste Schritt zu seiner Heilung getban, da ja die Hülfe von den Lehrernselbst ausgehen mäße. Je weniger die Methode Gegenstand einer gesetzlichen Vorschrift sein könne,je größere Schwierigkeiten sich den Gymnasien in der Mannigfaltigkeit und dem Umfange derLehrobjecte, in der Ueberfüllung der Elasten, in der Verschiedenartigkeit der Schüler derselben Elaste,in der oft verkehrten häuslichen Erziehung und in der materiellen Richtung der Zeit cntgegen-steilen, desto nöthigcr sei es, daß der Lehrer selbst das Wesen der Methode und ihre der Verschie-denheit der Gegenstände und der Elasten entsprechende Gestaltung zu einem ernstlichen Studiummache, und durch sorgfältiges Achten auf sich selbst und auf den Erfolg seines Unterrichts, durchsinniges, liebevolles Eingehen auf die Lehrweise anderer, die für Meister im Unterrichten gelten,durch rastlose Uebung und durch eine Strenge, die sich selbst nimmer genüge, seine Methode zu ver-bessern und dem Inhalt seines Unterrichts die angemessenste Form zu geben bestrebt sei. Sofortwird davon gesprochen, wie die Direktoren und die Clastenordinarien in dieser Richtung thätigsein sollen u. dgl. und eine noch zweckmäßigere und den Bedürfnissen der Gymnasien immer mehrentsprechende Einrichtung der pädagogischen Seminare in Aussicht gestellt. — Punct 9 handeltvon den körperlichen Uebunge». Das Ministerium gestattet dieselben ausdrücklich für alleGymnasien unter Leitung und Aufsicht eines hiezu geeigneten Lehrers und unter Verantwortlichkeitdes Gymnasialdirectvrs, welcher angewiesen wird, alles ungehörige und zweckwidrige fernzu-