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Lorinscr.
daß sie sich einer zweckmäßigen Lehrmethode befleißigen sollen, und es wird ihnen vor-gehalten, daß viele das Haupthindernis, durch welches ein rasches und kräftiges Fort-schreiten der Gymnasialjugend in der Bildung gehemmt werde, in der mangelhaftenpädagogischen Bildung der Gymnasiallehrer finden; auch wird versprochen, daß die pä-
künftig ausschließlich beigelegt werden.— Punct 4 handelt von den Lehrstunden, deren herkömm-liche Zahl (32) weder auf schwache, noch auf vorzüglich begabte, vielmehr auf Schüler von ge-wöhnlichen körperlichen und geistigen Kräften berechnet sei; .für diese sind nach vieljähriger Er-fahrung auch nach dem Urthcil von Aerzten täglich 4 Lehrstunden des Vormittags, und an
4 Tagen der Woche 2 Stunden des Nachmittags nicht zu viel, zumal da in allen Gymnasiennach der zweiten Stunde des Vormittags und nach der ersten Stunde des Nachmittags demSchüler eine viertelstündige Erholung im Freien gegönnt wird, zwischen jeder der übrigen Lehr-stunden eine Pause von wenigstens 5 Minuten erlaubt ist, und zwischen dem vor- und nachmittäg-lichen Unterricht eine größere Pause von 2 Stunden eintritt, welche in der Regel nicht zu Geistes-arbeiten verwandt wird. Ferner gewähren die zwei freien Nachmittage, die Sonntage und dieverschiedenen Hauptferien welche etwa den sechsten Theil des Jahres einnehmcn, kleinere undgrößere Ruhepuncte, und lassen den Schülern zur Abspannung des Geistes und zur Uebnng desKörpers Zeit genug übrig. Bei solchen regelmäßigen Unterbrechungen der Lehrstunden, wie beider ganzen mehr oder weniger erotematischen Art und Weise des Schulunterrichts, ist ein vier-oder sechsstündiger Aufenthalt in Hellen, luftigen, geräumigen und mit zweckmäßigen Tischen undSubsellien versehenen Schulzimmern der naturgemäßen Entwicklung des Körpers nicht hinderlichund wird überhaupt für die Gesundheit der Jugend keine anders Gefahr haben, als die, welchevon jeder sitzenden Lebensart unzertrennlich ist." Sofort wird ein Normallehrplan (der erste all-gemeine, vergl. oben S. 292 f.) mitgetheilt, nach welchem für jedes Gymnasium unter Berücksich-tigung seiner eigenthümlichen Verhältnisse und des wechselnden Bedürfnisses seiner einzelnen Classenalljährlich ein Lectionsplan mit genauer Abgrenzung der Zielleistungen für jede Classe festzustellc»ist, mit der Beschränkung, daß für die Religionslehre, für die Sprachen und die Werke des klas-sischen Alterthums und für die Mathematik, welche in ihrer lebendigen Gemeinschaft vorzüglichgeeignet seien, den wesentlichen Zweck des Gymnasialunterrichts zu verwirklichen, die ihnen be-stimmte wöchentliche Stundenzahl nicht vermindert werden dürfe. Um die Kraft der Schülernicht zu zersplittern, wird empfohlen, bei Anordnung des Lectionsplans für Einen Gegenstandzwei Stunden hinter einander zu bestimmen, so haß die Schüler täglich nur für 3, höchstens 4verschiedenartige Lehrobjecte in Anspruch genommen und die ersten Morgenstunden solchen Lehr-gegenständen zugewandt werden, für deren Auffassung vorzugsweise eine gespannte Aufmerksamkeitvon Seiten der Schüler erforderlich sei. Ob die hie und da bestehende Einrichtung, daß währenddes Sommersemesters die Lehrstunden des Vormittags in die Zeit von 7 bis 1l Uhr fallen, über-all anwendbar sein möchte, bleibe den Provinzial-Schulcollegien zu entscheiden überlassen. — In
5 werden die häuslichen Arbeiten als ein nothwendiges Glied in dem Organismus desGymnastalunterrichts gerechtfertigt, aber auch gegen mögliche Misgriffe Vorkehrungen getroffen.Zu Anfang jedes Semesters soll für alle Lehrfächer und Clafsen alles, was Gegenstand des häus-lichen Fleißes sein soll, nach Reihenfolge und Nertheilung der Aufgaben auf die Tage, Wochenund Monate in einer Conferenz möglichst bestimmt verabredet werden. Als Regel sei festzuhalten,daß keine schriftliche Arbeit gefordert werde, die der Lehrer nicht selbst nachsehe. Ein angemessenerTheil der häuslichen Arbeitszeit müße der Erholung und der freien Selbstbeschäftigung der Schülerverbleiben, abgcstuft nach der Verschiedenheit der Classen. Die Privatlectüre der griechischen, la-teinischen und deutschen Classiker dürfe in keinerlei Art erzwungen, sondern müße mit der sorgfäl-tigsten Berücksichtigung der Persönlichkeit, Anlagen und Verhältnisse der Schüler geleitet werden.In jeder Elasse soll ein Aufgabebuch cingeführt werden, in welches jeder Lehrer seine Aufgabeeinträgt, zur Kenntnisnahme für die Collegen und zur Controls für den Dircctor. Diese» wirdvorzügliche Aufmerksamkeit hinsichtlich der Aufgaben zu den freien deutschen und lateinischen Auf-sätzen um so mehr empfohlen, je größere Misgriffe bei ihrer Wahl noch immer gemacht werden.Themata über ganz abstrakte oder den Schülern unbekannte Gegenstände gereichen diesen zur Qual,dem Lehrer zum Vorwurf. Wenn dies alles gehörig beachtet werde und wenn eine ernste häus-liche Zucht die Schüler anhalte, stets zur rechte» Zeit zu arbeiten, und sie ebensosehr vor unnö-thigem Privatunterricht, als vor zerstreuender Gesellschaft und unzeitigen Vergnügungen bewahre,so sei von den häuslichen Arbeiten, welche das Gymnasium von seinen Schülern verlange» mäße,kein Nachtheil für ihre körperliche Entwicklung zu besorgen, und die Schüler werden überall zu