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Schule.
Rechnen, lediglich als Mittel zur Erzeugung des Patriotismus zu behandeln!! DieVolksschule soll und muß vielmehr auch dem niedersten und ärmsten Volksgenossen die-jenigen idealen Güter aneignen, die ihm seine Menschenwürde verleihen und bewahren,die ihn später im Berufsleben geistig emporheben und aufrecht halten, damit er nichtein Sclave der irdischen Welt, ihres Druckes und Dranges, nicht eine lebende Arbeits-maschine wird; also gerade das hat sie ihm darzureichen, Was ihm zum Gegengewichtdient gegen die niederziehenden Wirkungen der täglichen Berufsarbeit, was den Geistfrisch und klar, das Herz warm hält. (In gleichem Sinne sagt Kühner a. a. O.S. 152 auch von der Realschule sehr gut: „sie soll in der intelligenten Kraft für dasGeschäft zugleich eine sittliche Widerstandskraft gegen das Geschäft geben.") UndWenn auch die Fertigkeiten, die der Elementarunterricht dem Schüler beibringt, Lesen,Schreiben, Rechnen, wozu wir gerne auch das Zeichnen beiziehen, ihm zugleich eineHülfe werden für den künftigen Bedarf im Haus und Beruf: hat denn nicht die seitPestalozzi anerkannte Maxime, daß auch diese Dinge schon von Anfang an geistbildendsollen betrieben werden, den guten Sinn, daß auch diese Fertigkeiten schließlich dochdazu dienen sollen, den Geist lebendig und kräftig zu machen, daß er sich in denDingen nicht verliere, sondern sie beherrsche? Dies wird Wohl von manchen zuge-standen; aber sie sagen nun: jenes Ideale, was der Seele jedes Schülers eingepflanztWerden soll als Substanz der Humanität, sei nicht die Religion. Was denn? Nun,Geschichte, Geographie, Naturwissenschaften, Sprachlehre, das alles sind ja Wissen-schaften, die dem Geist Nahrung geben, ihn Wecken und stärken. Aber wird wohl einvernünftiger Lehrer seinen Unterricht in der Volksschule mit geschichtsphilosophischen,naturphilosophischen, ästhetischen Ideen beginnen? Wäre dies selbst bei Seminarzög-lingen ein Unsinn, so ist es vollends eine Unmöglichkeit in der Volksschule; da handeltsichs noch um den Stoff, den man immer erst bis auf einen gewißen Grad vollständigbemeistert haben muß, ehe man den idealen Gehalt und Zusammenhang begreift oderwarnimmt. Will man durchaus nicht einsehen, daß die Philosophie des Volkes nichtsanderes ist als die Religion? — Richtiger und klarer Wäre es jedenfalls, wenn mansagte: dieses Ideale ist die Sittlichkeit. Und wie das Ziel der Erziehung überhauptimmer nur dann richtig gefaßt wird, wenn man es ethisch bestimmt: so findet das-selbe noch seine besondere Anwendung auf jenen Theil des Volkes, von dem zu einemnamhaften Theil grade die Volksschule bevölkert wird. Von einsichtsvollen Social-politikern, wie Joh. Huber (in seinen Vorlesungen über „den Proletarier", München,1865) wird darauf hingewiesen, daß zu keiner Zeit die Armut ausgetilgt, dem Lebenalle Lasten abgenommen werden können, aber daß es nun einen großen Unterschiedmache, ob das Leben nur als ein physischer Proceß oder zugleich als ethische Aufgabebetrachtet werde. In der ethischen Lebensauffassung allein liege die Kraft einer Resig-nation, ohne die, nicht der Proletarier nur, sondern wir alle auch in den glücklichstenVerhältnissen nicht bestehen können. „Es ist nicht gleichgültig," sagt Huber, „ob jedeVerzichtleistung auf sinnlichen Genuß als reiner Verlust erscheint, oder ob sie als sitt-licher Gewinn benutzt wird. Es hat zu allen Zeiten der christlichen Welt Proletariergegeben, aber sie haben ihr Schicksal weniger drückend empfunden, weil sie in dasselbeeine ethische Bedeutung hineinzutragen vermochten. Wird hingegen im Menschen nichtserkannt, als die letzte und höchste Stufe der Entwicklung der thierischen Organisatio-nen: wie kann man ihm noch einen Act sittlicher Freiheit gegenüber dem Naturtriebzumuthen? Es wird für die physische Wohlfahrt schlecht gesorgt, wenn die sittlicheQuelle des Glücks verschüttet wird, denn aus ihr vor allem, aus der sittlichen Selbst-bestimmung geht jene hervor. Indem man die idealen Fundamente der Gesellschaftuntergräbt, wird nur der allgemeine Einsturz vorbereitet." Sittlichkeit aber, — fügenwir nun unsererseits noch hinzu — kann wieder nur in ihrer wesentlichen Einheit mitder Religion, mit dem Christenthum, gepflanzt und gepflegt werden; jenes seichte Ge-schwätz von dem „lieben, guten Menschen", zu dem jeder sich selbst machen soll, lockt