Schule.
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Kinder seiner Beichtkinder, doch wahrlich etwas ganz anderes, als etwa dem Dorf-schulzen die Dorfjugend oder auch einem Oberbürgermeister oder Justizbeamten dieStadtjugend ist und sein kann? Und hat er nicht schon als Prediger der Gemeindeauch ihre Erziehungspflichten stets in Erinnerung zu bringen, derer die verwahrlostwerden, als Seelsorger sich anzunehmen, Vätern und Müttern guten Rath, Trost oderErmahnung zu geben? Wenn Dörpfeld die Familie so vorzugsweise für die Schuleinteressiren will, gut: aber wer von allen Beamten, selbst den Lehrer an der Schulenicht ausgenommen, steht der Familie schon amtshalber näher, als der Pastor?Im I. 1803 hat eine kurfürstlich bayerische Verordnung den Geistlichen gesagt, sieWürden einen Verrath an der guten Sache begehen, wenn sie sich der künftigen Mit-wirkung in den Schulen weigerten; und wir sagen: der Staat würde eine namenloseThorheit begehen, wenn er die Mitwirkung dieser Kräfte verschmähte. Er darf janicht fürchten, daß die evangelische Kirche darauf ausgehe, Seelen zu fangen und desStaates Recht irgendwie zu beeinträchtigen; die Diener der Kirche lassen sich gernsolchen Auftrag des Staates sammt der ihnen diesfalls gegen den Staat obliegendenVerantwortlichkeit auferlegen: er schließt sich so ganz natürlich mit dem zusammen,Was ihnen als Dienern der Kirche obliegt. Damit ist aber ja nicht aus-, sondern ein-geschlossen, daß der Theolog, um diesem in seine Bildung und Berufstreue gesetztenVertrauen zu entsprechen, sich auch speciell mit wissenschaftlicher Pädagogik vorbereitendbeschäftigen und sich die Lehrkunst wie die Kunst der Schulleitung praktisch aneignenmuß. Es dürfen daher Vorlesungen an der Universität über dieses Fach nicht fehlen;ob schon der lstudent zugleich Schulen zu besuchen angehalten werden soll, das hängtvon vielen speciellen Verhältnissen ab, die nicht überall dieselben sind; ein gewissen-hafter Schulinspector würde sich (um nur dies zu erwähnen) schönstens dafür bedanken,daß jeden Tag eine Partie Studenten in die Lehrstunden dränge, um passiv oder activzu assistiren. Besser ist jedenfalls die preußische Einrichtung, wonach der Theolog nachAbsolvirung der Universität eine Zeitlang ein Schullehrerseminar besuchen muß; aberwo das Vicariatsinstitut besteht, ist durch dieses die beste Zeit und Gelegenheit ge-geben, um, durch die Vorlesung an der Universität orientirt, nun den praktischen Dienstgründlich zu erlernen.
Solcher organische Zusammenschluß der Wirksamkeit in der Volksschule mit derWirksamkeit in Kirche und Seelsorge vollzieht sich aber desto naturgemäßer, je directerauch das wahre Wesen, die Bestimmung der Volksschule gerade im Unterschiede vonden übrigen höheren Lehranstalten der Kirche zugekehrt ist. Um dem Art. Volksschulenicht vorzugreifen, beschränken wir uns zum Schluß auf folgende Bemerkungen. Wenn,Wie oben erwähnt, tiefer blickende Pädagogen auch für die Real- und Gelehrtenschulesich dagegen wehren, daß ihr nicht statt der allgemeinen, humanen Bildung eine specielleBerufsbildung zum Zweck gesetzt werde: so muß gegen solche falsche Zwecksetzung amallermeisten in Betreff der Volksschule protestirt werden. Die Neigung dazu machtsich leider nur allzusehr bemerklich; man ist auf die sublime Idee verfallen, daß dieVolksschule, oder noch näher die Landschule ebenso den künftigen Bauer auf seinenBeruf vorzubereiten und einzuschulen habe, wie die Gelehrtenschule den künftigen Theologenoder Juristen, wie die Realschule den Gewerbsmann. (Eine Forderung dieser Art,wenn auch in Phrasennebel verhüllt, hat eines Tags ein landwirthschaftlicher Vereinan eine höhere Stelle eingereicht; treffende Antwort darauf hat W. Barth gegebenin der Schrift: „Die landwirthschaftlichen und realistischen Anforderungen an die Volks-schule" Ulm, 1864.) Der oben genannte Pastor Licent. Sülze hat a. a. O. S. 37etwas höher gegriffen; er sagt: wie die Religion der Inhalt der Kirche ist, so mußder Patriotismus der Inhalt der Schule sein. Das ist freilich keine specielle Berufs-art, aber sollte ein Licentiat der Theologie nicht wissen, daß der Patriotismus nur eineeinzelne Tugend ist, die den Menschen wahrlich noch lange nicht zum Menschen macht?Und welch ein abgeschmacktes Princip wäre es, alle Lehrfächer, auch Schreiben und