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7 (1869) Reinlichkeit - Schule
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Sächsische Herzogthümec.

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in und außer den gewöhnlichen LoüuIIootionUms sich zu verhalten" — und durch einfürstliches Ausschreiben vom 1. Mai 1654 bestimmt, daß diese Anleitung (über dasVerhalten der Schuljugend beim Frühaufstehen, beim Schulgehcn, beim Mittagsefsen,im Hause, in der Kirche, beim Spiele, beim Abendessen, beim Schlafengehen, bei Frem-den re.) nicht allein in jedem Dorf angeschlagen, sondern auch in jeder Schule beimSchulexamen im Beisein des Schultheißen, Heimbürgern und Aeltesten jedes Ortes vor-gelesen werde. So sorgte der fromme Herzog mit treuer Liebe und ausdauernder Hin-gebung für die innere Hebung des Schulwesens im Lande Gotha. Aber nicht für dieinnere Hebung allein, sondern auch für die äußere Verbesserung that Herzog Ernstehrlich und redlich das Seine. Was er in seiner landesväterlichen Liebe zur Verbesserungder Schulstellen, zur Erhöhung der Schullehrerbesoldungcn und zur Hebung der amt-lichen Stellung der Schullehrer gethan hat, ist erstaunenswertst. Nur einiges sei hierangeführt. Bis zum I. 1646 bestand im Herzogthum Gotha noch die unverständige,den Lehrer entwürdigende Sitte, daß der Lehrer, gleich dem Kuhhirten und dem Nacht-wächter, bei der Gemeinde jedes Jahr aufs neue unter Entgegennahme einiger GroschenLeihlauf um seinen Dienst bitten mußte. Der Herzog schaffte diese Sitte durch Rescriptvom 7. August 1646 ab, und bestimmte, daß die Bestätigung der Schullehrer ein fürallemal durch den Ephorus und das Oberconsistorium erfolgen solle. Bis zum 1.1645hatte noch keine Menschenseele daran gedacht, sich der Wittwen und Waisen verstorbenerLehrer anzunehmen. Herzog Ernst dachte daran. Als er eines Tags in eine Schuledes Amtes Neinhartsbrunn kam und den Lehrer arm und krank im Bette fand, trotz-dem aber ihn die sein Krankenbett umstehende Kinderschar treu und fleißig unterrichtensah, beschloß er, einen Wittwenfiscus für Schullehrer zu gründen. Und wie sorgte derfromme Herzog für Erhöhung und Verbesserung der Lehrerbesoldnngen! Zunächststiftete er aus seinen eigenen Mitteln ein Capital von 27000 Mfl. (L Thlr.) theils zur Ver-besserung der Lehrerbesoldungen, theils zur Anschaffung der nöthigen ABC- und Lese-bücher für die Schulkinder; sodann bewog er 1650 die Landstände, drei Stenern indrei Jahren, zusammen 30750 Mfl. zur Erhöhung der Pfarrer- und Schullehrerbe-soldungen zu bestimmen; im I. 1660 Lei Vertheilung der Grafschaft Henneberg wid-mete er abermals 20,000 Mfl. und späterhin vermehrte er diese Stiftung zugleich zuanderen „milden" Zwecken (z. B. zur Stiftung eines Zucht- und Waisenhauses, zurUnterstützung der Armen, zu den Kirchen- und Schulvisitationen re.) bis auf die fürdie damalige Zeit ganz enorme Summe von 142,021 Mfl. 9 Gr. Außerdem gaber denjenigen Lehrern, die in ihrem Amte sich durch Treue und Fleiß ganz besondersauszeichneten, persönliche Zulagen. (Jm J. 1666 betrugen dieselben 1657 Mfl.) MitBefriedigung konnte der Herzog darum am 12. April 1653 an den OberhofpredigerWeller in Dresden schreiben, daß jeder Schullehrer seines Landes jetzt zum mindesten50 Gulden an Geld (nach jetzigemGelde etwa 200 Thlr.), außerdem aber noch aufzwei Personen Brodkorn und frei Getreide, ferner gewiße Arten von Küchenspeise, freiHolz und freie Wohnung habe rc. In der That eine ganz respectable Besoldung ineiner Zeit, in welcher ein Scheffel Roggenmehl 1 Mfl., ein Scheffel Gerste 15 Gr.,ein Scheffel Hafer 9 Gr., eine Klafter Holz 1 '/- Thlr., ein Schock Eier 5 Gr-, eineElle 2/4 breite Leinwand 2 Gr. 8 Pf. kostete. Der Herzog hielt diese Verbesserungenfür nothwendig „eingedenk seiner Christenpflicht und der schweren Verantwortung vordem Richterstuhle Gottes". Theils der Umstand, daß der Herzog zu solchen Verbesse-rungen nicht durch persönliche Eitelkeit, sondern durch eine reine Hingabe an Gott unddurch treue Liebe zu seinem Volke getrieben wurde („mich jammert des Volkes"), theilsder andere Umstand, daß der Herzog die sauere Arbeit treuer Schullehrer „welche inden Schulen zum wahren Christenthumb das erste Fundament legen und alßo hierbcpdie größste und meiste arbeyth zu thun haben und darumb mit genugsamb und noth-dürftigen Besoldungen zu versehen sind" in rechter Weise zn würdigen wußte, gebenden oben genannten Verbesserungen einen erhöhten Werth. Für si ch darbte der Herzog,